Druckmaschinen zu Pflugscharen


Das Ende der Frankfurter Rundschau

Groß war das Entsetzen, als die Frankfurter Rundschau Insolvenz anmeldete. Und bei aller reflexhaften Schuldzuweisung an die Gratiskultur des Internet, die wackeren Zeitungsjournalisten das Brot wegnimmt, war dann sogar auch ein wenig sachliche Kritik zu lesen, dass die Frankfurter Rundschau auch viel falsch gemacht hat. Als da wären: die lokale Berichterstattung vernachlässigt, zu wenig ideologische Aufgeschlossenheit, unausgegorene Digitalstrategie, das familienfeindliche Tabloid-Format u.a.m.

Um so mehr provozierte dann die vom (in Richtung „The Guardian“) scheidenden Chefredakteur von Zeit Online, Wolfgang Blau, eher en passant in einem Facebookkommentar formulierte Generalkritik, dass sich das Geschäftsmodell der Tageszeitung wohl überholt habe neu überdacht werden muss. [Korrektur, sie Kommentar unten.] Er hat so recht. Schlicht weil sich unsere Medienlandschaft längst massiv verändert hat – richtig wegen des Internets – aber nicht wegen dessen „Gratiskultur“.

Aktuelle Medien-Wirklichkeit

Wie sehr sich die Tageszeitung überlebt hat, erlebe ich ja selbst ganz real jeden Tag. Mal so, mal so. – Ich bin, seit ich als Student von zu Hause ausgezogen bin, Abonnement der Süddeutschen Zeitung. Ihre Lektüre war jeden Morgen die allererste Handlung. Bis vor ein paar Wochen ein Tablet (Nexus) ins Haus kam. Jetzt ist das mein Gegenwarts- und Realitätsassistent.

Aber noch immer verbringe ich am Morgen Zeit mit meiner Süddeutschen. Früher waren das jeden Tag 30 Minuten und mehr. Heute sind das nur noch knapp 10 Minuten. Mehr Neues oder Interessantes hat die Zeitung in gedruckter Form nicht mehr zu bieten. Und ich habe längst erfahren, dass es auch ganz leicht ohne die morgendliche Zeitung geht. Immer wenn wir uns mal wieder nach Italien verabschieden, bestellen wir die SZ ab. Ein Hybrid-Abo, zu Hause in Papier und unterwegs als ePaper bietet der Süddeutsche Verlag natürlich nicht an. Und siehe da: Es geht wunderbar ohne morgendliche Zeitung. Ganz ohne Entzugserscheinungen. Und ohne ein Jota Verlust an Informiertheit und Medieninput. Dank des Internets.

Primär-, Sekundär und Tertiärmedium

Wichtige Aspekte der Medienwirklichkeit werden in der Diskussion um die Medien leider vergessen: Welche Rolle im Medienalltag spielt das jeweilige Produkt und der jeweilige Kanal? Was ist das Primärmedium, die erste Anlaufstation, mit der ich mich aktuell auf dem Laufenden halte? Was ist das Sekundärmedium, wo ich mir Analysen und Hintergrundinformationen hole? Was ist das Tertiärmedium, in dem ich aktuelle Themen in der Breite vertiefe? Und dann gibt es noch Quartiärmedien, bei denen ich blanke Unterhaltung suche.

Einst hat die Tageszeitung alle vier Bereiche bedient. Es gab wirklich neue Nachrichten, selbst wenn man eifrig Nachrichten in TV und Radio verfolgt hat. Es gab die Analysen und Berichte, die Nachrichten in Beziehungssysteme setzten. Im Feuilleton, in (Wochenend-)Beilagen und Magazinen wurde Aktuelles mit Interviews und Reportagen unterfüttert. Und sogar der Quartiärbereich, das Entertainment,  wurde beliefert mit Vermischtem, Rätseln, Witzen und Fortsetzungsromanen.

Frischere Ideen online

Und heute? Finster sieht es im Primärbereich aus, wenn es um Tageszeitungen geht. Kaum eine News steht heute in den Zeitungen, die ich nicht längst schon erfahren habe – in Onlinemedien, per Facebook, Twitter, Google+  etc. Bezeichnend ist doch, dass der Online-Ableger eines typischen Sekündärmediums, des Spiegel, heute die Marktführerschaft im Bereich der Primärmedien hat und allen Konkurrenten der einstigen Primärmedien (Tageszeitungen) den Rang abgelaufen hat. Und wer ist von der Relevanz her auf Platz Zwei? Zeit Online! Das Sekundär- und Tertiärmedium schlechthin. Das digitale Versagen der Tageszeitungen kann deutlicher nicht sein.

Einzige Ausnahme, wo es in Tageszeitungen noch Primärelemente, sprich wirklich Neues zu erfahren gibt, ist das lokale Umfeld. Hier gibt es noch kaum funktionierende, verlässliche Blogs und wenig Konkurrenz. Aber wie lange noch? Vor allem Facebook macht da schwer Boden gut. In unserer italienischen Zweitheimat, wo es kaum funktionierende Lokalberichterstattung gibt, informiert man sich über sein eigenes Umfeld vorzugsweise per Facebook.

Redaktion der Print-Dosis

Und wie schaut es im Sekundärbereich aus? Da liefern die führenden Tageszeitungen nach wie vor zuverlässig Hintergrundinformationen, sogar investigative Stories und reichlich Analysen. Aber schlimm sieht es am Land und bei den kaputtgesparten Redaktionen aus, wo jenseits der (umgeschriebenen) Agenturmeldungen und der Hausaufgaben an Kommentaren wenig mehr zu finden ist. Bekomme ich etwa in Berlin die Berliner Zeitung in die Hand, ist es erschreckend, wie schnell man das Blatt durch hat, weil man fast nirgends zum Lesen verführt wird.

Und die Konkurrenz im Sekundärbereich ist im Internet heute so hoch wie noch nie. So viele erstklassige Autoren bloggen heute, so viele Blogger liefern erstklassige Artikel, hervorragend geschrieben, mit viel Hintergrundwissen. Wie oft habe ich bessere Analysen und Reflexionen online gelesen als tags darauf in meiner Süddeutschen. Vor allem sind die vielen Qualitäts-Blogger, die heute verlässlich liefern, ideologisch viel unbelasteter, stilistisch frischer und gedanklich innovativer als das Gros der Tageszeitungsautoren. Vielleicht weil sie in einer Wirklichkeit jenseits der Redaktionsstuben oder Newsrooms leben. Vielleicht, weil die interessanten und innovativen Köpfe nie in einer Zeitung sitzen wollen würden. (Und exzellente Blogger für Zeitungen zu engagieren ist scheinbar undenkbar?)

Die mobile Konkurrenz 

Ähnlich groß ist für die Zeitungen die Online-Konkurrenz im Tertiär-Markt. (Vom Quartiärbereich ganz zu schweigen. Hier hat man längst kapituliert.) Immer mehr attraktive Inhalte in Sachen Kulturberichterstattung, vor allem abseits der großen Kulturtempel, finden sich online. Immer mehr Analysen, Reportagen und Features finden sich heute im Netz. Und der Tipp per Twitter oder aus einer funktionierenden Facebook-Community lässt solche Perlen verlässlich finden.

Aber nicht so sehr die Sozialen Netzwerke sind das Problem der Tageszeitungen (die schon auch). Es ist die explosionsartige Vermehrung der Mediennutzung über mobile digitale Geräte, sprich Smartphone und Tablets. Den offensichtlichsten Beweis dafür liefert mir jede morgendliche Fahrt mit der S-Bahn. Noch vor einem guten Jahr las ein Drittel bis die Hälfte der S-Bahn-Pendler in Büchern aber vor allem in Zeitungen. Heute hat sich das völlig geändert. Kein Viererabteil, in dem nicht zwei bis drei Menschen auf ihr Smartphone starren, in ihrem Tablet lesen – oder häufiger: Filme ansehen – oder im eReader schmökern.

Lesevergnügen per Tablet

Mit jedem neu verkauften Smartphone und Tablet entdeckt ein Zeitungsleser mehr, dass es auch ohne Zeitung geht – und wie erfreulich ein individuell nach persönlichen Interessen zusammengestellter Medien- und Informationsmix (inklusive Facebook & Co.) sein kann, den Apps wie Flipboard, Currents oder andere aggregieren. Sie entdecken wie man sich so viel bequemer und vielseitiger, weil aus vielen (Gratis-)Quellen, und nicht weniger aktuell informieren und unterhalten lassen kann als mit einer sperrigen Zeitung (und sei sie im Tabloid-Format).

Und mit jedem verlorenen Zeitungsleser wird das Problem der teuren Produktions- und Distributionslogistik der Zeitungen evidenter. Es ist nun einmal teuer auf Papier zu drucken und physikalische Produkte zu vertreiben. Und je weniger Abnehmer es gibt, um so mehr eskalieren die Kosten. Und irgendwann ist es dann einfach zu teuer, Papier zu bedrucken und Zeitungsausträger jeden Morgen loszuschicken.

Eine Gewissensfrage

Hinzu kommt, dass ich fast ein schlechtes Gewissen habe, dass da jemand früh morgens mit dem Auto (!) herumfährt, um mir meine Zeitung an die Türe zu bringen. Und das gesammelte, wenig gelesene Papier bringe ich dann einige Tage später zum Papiercontainer. Ökologisch ist das ja nun nicht. Bur halt eine Gewohnheit, kurios verklärt als Kulturleistung- Wo ich doch die Artikel auch easy digital herunterladen und bequem auf meinem Nexus lesen könnte. – Gerne auch bezahlt.

Und an dieser Stelle meiner Argumentation gebe ich an Richard Gutjahr ab, der in seinem lesenswerten Blogbeitrag vorbildlich schlüssig die mangelhafte Angebotspolitik der Verlage kritisiert, die ebenso dumm wie effektiv dem absehbaren Zeitungssterben in Deutschland Vorschub leistet. Sein Fazit: „Es geht den Verlagen noch zu gut – oder einfach noch nicht schlecht genug.“ – Aber sicher nicht mehr lange. – Irgendwann heißt es dann: Druckmaschinen zu Pflugscharen.

Diagnose einer Bagatell-Hysterie


Causa Wulff: Bashing-Rituale 2012

„Würde mich mal jemand dafür loben, dass ich den ganzen Tag noch nichts zum Thema W. getwittert habe?“ Christian Buggisch twittert zurecht, wenn er sich für seine Wulff-Bashing-Enthaltsamkeit loben lassen will. Es macht einen fassungslos, dass Deutschland scheinbar nichts Wichtigeres kennt, als sich über die Verfehlungen eines mittelmäßigen Provinzpolitikers zu echauffieren, den es in einer besonders herben Laune des Peter Prinzips auf die Position des Bundespräsidenten gespült hat.

Christian Wulff hat es mehr als verdient, kritisiert und auch gebasht zu werden, keine Frage. Nicht nur wegen seiner Kredite, seiner Ferienreisen und seinem Hang zum Gratis-Luxus. Sondern vor allem wegen seiner kompletten Uneinsichtigkeit in seine Verfehlungen: seine Kleinhäusler-Mentalität, wie man in Bayern sagt, wenn einer versucht, zwanghaft vor sich selbst größer wirken zu wollen, als er ist. Zudem hat er sich durch seine hahnebüchen desaströse Medienstrategie im Umgang mit seinem Skandal jedes Recht auf sein weiteres Beharren in diesem hohen Amt erfolgreich verwirkt.

Die Symptome einer Bagatell-Hysterie

So weit, so gut. Aber was reitet uns Deutsche, dieses Skandälchen so ernst zu nehmen und uns so manisch auf diese Amateur-Posse zu kaprizieren. Christian Wulff und seine – kleinhäuslerisch – verständliche Unfähigkeit zum Rücktritt ist eine Nichtigkeit, die man bestenfalls mal kurz belachen darf, vorzugsweise als Apercu bei Harald Schmidt. Aber damit genug! Bagatellen solcher Dimension taugen nicht zu Dramen. Aber wenn sie sich zu nicht enden wollenden Medien-Hysterien auswachsen, sagt das viel über den Zustand unseres Landes und seiner Bürger aus. Es verrät viel über den akuten mentalen Status der Deutschen. (Na ja, auch darüber, wie es um die etablierten Medien hierzulande steht.)

Wolfgang Michal vermutet in seinem Blogbeitrag ganz richtig: „Das crossmediale Bohei, das um das (politisch eigentlich überflüssige) Amt des Bundespräsidenten veranstaltet wird – ein Amt, das kaum einen Journalisten jemals ernsthaft interessiert hat – ist ein psychohygienisches Rätsel. Und ein Symptom. Aber für was? Gab es im deutschen Journalismus eine moralische Ruck-Rede? War es die Sehnsucht nach dem guten Prinzen? Oder schmerzt einfach die herbe Enttäuschung, dass es wieder nur ein Frosch ist?“ Gehen wir kurz den Symptomen nach, um dem physischen Momentanzustand unseres Landes und uns Bürgern auf die Schliche zu kommen.

Symptom 1: Wir schrumpfen die Krise

Die Krisen häufen sich: Finanzkrise, Bankenkrise, Euro-Krise. Europa ist bedroht. Die Weltwirtschaft. Die Medien hyperventilieren nun schon seit Monaten im schrillsten Tonfall des Alarmismus. Wir sind inzwischen dagegen immun geworden, wir trotzen der Krise und kaufen, kaufen, kaufen. Aber wirklich perfekt hilft dagegen die Ablenkung durch eine Wulff-Krise, deren liliputaneske Dimension wir nicht fürchten müssen. Eine Krise, die wir beurteilen können, weil wir die Verfehlungen, die wir anklagen, selbst gut kennen, weil wir sie selbst schon begangen haben – oder zumindest gerne begangen hätten. (Gratisurlaub, Upgrade, Schnäppchen, Freunderl-Dienste…)

Wir wählen uns die Krise nach unserem Gusto und portionieren sie so, wie es uns behagt. Wie befreiend, wie beruhigend, wie genüsslich ist es, sich die Krisenlandschaft so gesund zu schrumpfen. Das geht ganz leicht. Denn das Internet ist dafür der ideale Hysterie-Boiler. Ein paar spärliche Fakten, viel Moralin, ein paar Spritzer Hohn – und ganz viel präsidiales Selbstverschulden: Fertig ist die ideale Krisen-Schrumpfung über die Feiertage.

Symptom 2: Die Getriebenen der Meute

Der Hysterie-Boiler funktioniert so gut, weil die Medien sich von der Bloggeria massiv getrieben fühlen. Noch einmal Wolfgang Michal zitiert: „Nicht die Blogger und Twitterer haben sich den Leitmedien angepasst, sondern die Leitmedien den Bloggern und Twitterern. Herausgefordert durch deren kräftige (oft populistische) Sprache, greifen nun auch etablierte Medien immer häufiger zu drastischen Begriffen und Vergleichen, fordern eilends Rücktritte und rigorose Konsequenzen, und zelebrieren die unfreiwilligen Abgänge aus dem öffentlichen Leben als reinigende Buß- und Sühneopfer fürs Volk.“

Die Medien erleben sich immer mehr als Getriebene der Meute des Realtime-Journalismus bzw. der Realtime-Kolportage. Es muss extrem frustrierend sein, etwa als Printjournalist mitzuerleben, wie das eigene Produkt frisch aus der Druckpresse am Morgen rettungslos veraltet ist und schon längst neue Fakten vorliegen, ersatzweise neue Mutmaßungen, und der Diskurs über ein Thema längst schon viel weiter ist. Die Elite der Blogger hat den meisten Journalisten längst die Meinungshoheit abgejagt. – Den  TV-Leuten geht es nicht besser. Sie hetzen sinnlos Bildern hinterher, die nur noch überholte Tatsachen bebildern können. Im übrigen neigt man zunehmend dazu, „Facebook“ oder „Twitter“ zu zitieren als wären sie verlässliche Presseagenturen.

Symptom 3: Klassenkeile für Hierarchen

Wer es aus der Provinz ganz nach oben geschafft hat, mit all den Privilegien und Vergütungen, der ist unausweichlich Opfer unserer Neidgesellschaft. Vor allem, wenn einem wie Wulff das nicht reicht und man noch bei reichen Freunden Urlaub in allem Luxus machen muss oder sich von ihnen Kredite aufdrängen lässt. Aber es steckt da noch mehr dahinter: Wulff-Bashing ist immer zugleich auch Hierarchie-Bashing. Hierarchien werden flacher, das heißt, der Abstand nach oben ist geringer geworden. Das heißt, dass immer mehr nach oben kommen, ohne die nötige Qualifikation zu haben – da ist Christian Wulff das passende Abwatsch-Modell. Er ist Präsidenten-Darsteller wie viele leitende Manager lediglich Chef-Darsteller sind.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass sich immer mehr berufen fühlen, ganz nach oben zu kommen. Das untergräbt die natürliche Autorität von jedem, der oben ist, nachhaltig. Und weil es dann doch heikel und selten Karriere fördernd ist, den eigenen Chef anzumachen, kommt Wulff als Ersatzkandidat dafür gerade recht. Er ist der ideale Mann für befreiende Klassenkeile. An ihm kann man alle Aggressionen, Ressentiments und Frustrationen, die man in einem Berufsjahr so ansammelt, wunderbar abbauen. Daher die Moralinsäure, daher die Häme, daher der fast augenzwinkernde Sarkasmus. Und Wulff mit seiner unsäglichen PR-Taktik sorgte auch noch dafür, dass die Affäre dauerhaft am Leben erhalten blieb. Was für ein willkommenes Purifikations-Ritual des kleinen Mannes, passend für die Feiertage!

Symptom 4: Anti-autoritäre Reflexe.

Gemeinsam sind wir stark. Das ist die Erfahrung, die die Baby Boomer von Kindesbeinen an reichlich in einem antiautoritären Klima machen konnten. Und nie zuvor konnte man wieder so schnell und so machtvoll Gemeinsamkeit organisieren und dialogisch feiern wie heute. Aber eben auch Gemeinheiten. Schwarm-Intelligenz ist das gern bemühte Schlagwort. Es gibt aber auch Schwarm-Impertinenz, Schwarm-Penetranz, Schwarm-Perfidie oder Schwarm-Intrige. Ein selbst verstärkender Prozess mit ungeheurer Schlagkraft.

Ein Christian Wulff hatte keine Ahnung, welch Wucht solch ein Prozess entwickeln kann, wenn er nicht rechtzeitig und mit den richtigen Mitteln gestoppt wird. Er hingegen verstärkte und prolongierte mit seinem ungelenken Umgang mit der Öffentlichkeit diesen Prozess. So war der höchste Repräsentant, die höchste Autorität des Staates zur Abrechnung frei gegeben. So konnte dann die eine, ältere Generation (Baby Boomer) ihre fast schon vergessenen antiautoritären Reflexe noch einmal ausleben. Und die junge Internet-Generation (Digital Natives) durfte erstmals dieses Vergnügen auskosten, Riesen zu Zwergen schrumpfen zu sehen, joviale Gesichtszüge in Tagen um Jahre altern zu lassen, schlicht indem man die Autorität als nicht vorhanden (virtuell) behandelt.

Deutschland zu Beginn des Jahres 2012: ein virtueller anti-autoritärer Kindergarten. Die Kinder amüsieren sich prächtig, die Leitungsebene aber versteht die Welt nicht mehr. – Aber das ist ihnen ja inzwischen zur Gewohnheit geworden…