Es liegt mir auf der Zunge


Zu viel Information – zu wenig Exformation

Wer jammert nicht über die Informationsflut? Zwei Exabytes, das sind zwei Milliarden Gigabytes, kommen jährlich an neuen Informationen beispielsweise allein im Internet hinzu, mindestens. Das Wissen der Welt verdoppelt sich – da streiten die Experten – alle sechs bis zwölf Jahre. Auch das nur ein Annäherungswert.

Der Zuwachs an Wissen und Information könnte objektiv gesehen eine positive Tatsache sein, subjektiv wird sie aber durchweg als unangenehm und stressig empfunden. Kein Wunder, denn die schiere Masse, die Komplexität und Chaotik der Informationsflut verringert rasant die Menge an Exformation.

Exformation ist die Menge an Informationen, die wir unausgesprochen mit dem uns umgebenden Umfeld teilen. Dazu zählt auch das Arsenal an Gesten, Lauten, Mimik, aber auch Scherzen, Dialekt- und Umgangsausdrücken, das sich  im sozialen Umfeld eingebürgert hat. Das alles wird gerne – und treffend – auch „soziales Geräusch“ genannt.

Das berühmteste Beispiel an Exformation ist ein Brief des französischen Autors Victor Hugo an seinen Verleger, in dem er nach den Verkaufszahlen seines neuesten Romans „Les Misérables“ fragte. Hugos Brief lautete schlicht: „?“. Die Antwort seines Verlegers war ebenso kurz: „!“. Und beide wussten was Sache ist. Das Buch verkaufte sich gut.

Das Problem der Informationsflut,  vor allem aber der Diversifikation der Medien ist, dass immer weniger Exformation geschaffen wird. Das Verbindende gemeinsam gelesener Medien, gemeinsam gesehener Filme und Fernsehsendungen etc. wird immer weniger, die gemeinsame soziale Taktung zunehmend reduziert.

Exformation in Social Media

Der Erfolg der Social Media ist genau aus diesem Mangel heraus zu erklären. In Facebook & Co. kommuniziert man besonders gut in einem gemeinsamen sozialen Kontext, stellt Gemeinsamkeiten durch positive Affirmationen via „Like“-Button oder durch kurze Bemerkungen und Scherze immer aufs Neue aktiv her.

Heute nur mal kurz den Namen „Westerwelle“ erwähnt, vielleicht noch durch eine ironische Bemerkung garniert, das garantiert im richtigen sozialen Kontext auf alle Fälle reichlich Affirmation. Dasselbe gilt für andere Reizwörter. Ähnlich wirksam sind Bemerkungen und Kommentare in Blogs, die einen Sachverhalt, einen Missstand oder einen Trend in wenigen Worten treffend auf den Punkt bringen.

Das Problem vieler etablierter Medien, vor allem der, die sich zu sehr auf Zulieferung von Dritt- und Billiganbietern oder austauschbaren Agenturen verlassen, ist der Umstand, dass sie vielleicht reichlich Informationen bieten, aber keine oder viel zu wenig Exformation schaffen. Das führt sehr schnell zu einer Entfremdung zwischen  Zeitung und Leser, TV und Zuschauer, Medium und User. Das passiert eher sublim und schleichend, aber dabei mit verheerenden Auswirkungen. (Das ganz besonders bei jungem Publikum.)

Digitale Exformation hat Zukunft

Nichts ist erfolgreicher, als wenn man etwas liest und sich dann freut, wie durch einen Text ein Stück Common Sense auf den Punkt gebracht ist. Nichts beeindruckt dauerhafter, als wenn ein Mediennutzer das Gefühl hat, als wäre das, was er liest oder sieht, ihm quasi schon auf der Zunge gelegen. Das ist der perfekte Moment, an dem Exformation passiert.

Medien, Content-Provider oder auch Blogs, die im Digitalen Raum Exformation schaffen, haben die besten Perspektiven. Dasselbe gilt für alle Firmen, die dies mit eigenem Content oder perfekter Nutzung/Einbindung von Social Media schaffen. Ihnen gehört die Zukunft – in einer Zeit jenseits manipulativer Werbung – in einer Zukunft der Eigenbegeisterung der Nutzer. Im Exformations-Zeitalter.

Knacks im Zeitstrahl


Kasperl-Theater von The WHO

Es gibt diese wunderschöne Geschichte – wahr oder unwahr? – aus einem Altersheim in den USA. Die älteren Damen und Herren hören gebannt und besorgt einer Rede von Ronald Reagan zur Lage der Nation zu. Es wurde wohl gerade wieder ein Krieg als unabdingbar an die Nation verkauft. Die ernste Stimmung wird von zwei der Zuschauer krass gestört. Sie lachen lauthals und können sich gar nicht einkriegen. Die beiden alten Herren waren taub und beobachteten allein die beredte Mimik und Gestik des Schauspielers, der so eindrucksvoll den Präsidenten gab. Und die dargebotene Gestik kollidierte so sehr mit dem Ernst der Lage, dass die beiden Taubhörigen, die längst perfekt gelernt hatten, Gesten und Mimik zu lesen, das Ganze als Comedy oder Kabarettveranstaltung missverstanden.

Wäre eigentlich auch eine sehr lustige Vorstellung, unter Gehörlosen einer Rede von Angela Merkel – oder noch besser: von Guido „Ich-bin-so-bedeutend“ Westerwelle zu folgen. Das grenzt ja schon oft für Hörende an Realsatire. Aber Halt, kein Grund zur Häme! Ist doch wirklich schwierig, wenn man frei sprechen soll und all die Vorgaben der Pressestellen, der Rede-Coaches, die verschiedenen Politstrategien und die Erwartungen diverser Lobby-Gruppen gleichzeitig unter einen Hut bringen zu wollen/sollen. Das kann nur zu so leeren Gesten und Worthülsen führen, wie jeden Tag in den Nachrichten zu beobachten. Der kleinste gemeinsame Nenner war noch nie Gassenhauer.

Eine seltsame, technisch bedingte Spreizung von Gestik und Akustik war Montag früh um die 3:00 Uhr  als Kuriosum zu bestaunen. Halbzeitpause beim Super Bowl in Miami. The WHO spielten auf. Wie anders sollte man das holprige 12-minütige Best-of-Medley nennen. Dabei ähnelte das Ganze einem außer Rand und Band geratene Kasperle-Theater. Was dann als „Digitale Panne“ in der internationalen Übertragung des Super Bowl entschuldigt wurde, war das technische Erbe von „Nipplegate“, der kurzzeitigen Entblößung des getapten Busens von Janet Jackson. Seitdem werden die Bilder zeitversetzt übertragen, damit im schlimmsten Fall einer neuerlichen Entblößung die übertragende Fernsehanstalt noch zensierend eingreifen kann.

Keine Ahnung, welche Ängste die Fernsehveratwortlichen und amerikanischen Sauberkeitspolitiker bei The WHO plagten. Weder Roger Daltrey noch Pete Townsend sind je durch Entblößungen auf offener Bühne auffällig geworden, nicht einmal in ihrer wüsten frühen Phase in den 60-er Jahren. Und was sollten auch ältere Herren von 64 bzw. 65 Jahren auch entblößen wollen?

Wenn schon Panne, dann „Digital“

So kam das Bild des kurzen Liveauftrittes um ca. eine halbe Minute zeitversetzt an, der Ton aber leider nicht. Der kam in Echtzeit. So durfte man in reinster digitaler Qualität die noch immer beachtliche Stimme von Roger Daltrey und die nicht so gut erhaltene von Pete Townsend hören, bekam die Bilder, wie sich die Herren dabei angestrengt haben, aber erst später nachgeliefert. Es hat sowieso etwas muppet-show-eskes, wenn ältere Herren die exaltierten Posen junger, stürmischer und aufmüpfiger Tage nachahmen. Durch die digitale Kluft von 30 Sekunden wirkte das aber zusätzlich lächerlich. Immerhin ist Roger Daltrey nicht verkalkt. Er selbst war über die Darbietung wenig begeistert. Seine Klage: Keine Konzertatmosphäre … viel zu kurzes Medley etc.

Immerhin glaube ich seit dieser kuriosen „Digitalen Panne“ wieder an die Geschichte mit Ronald Reagan (s.o.). Wenn Gestik und Sound – zeitlich – so weit auseinander liegen, entsteht automatisch Komik. Dann wird die Zeitillusion, in der wir leben und die wir stets so erfolgreich verdrängen, plötzlich ganz bewusst. Wir sind in des Wortes Bedeutung „aus der Zeit gefallen“. Das Kontinuum des Zeitstrahls hat plötzlich einen Knacks bekommen.

Interessant aber auch die lapidare Entschuldigung für die Asynchronität. Man muss vor das unangenehme Wort „Panne“ nur ein „Digital“ voranstellen, schon scheint die Peinlichkeit der Situation entschärft. „Digital“ scheint inzwischen schon so weit diskreditiert zu sein, und es hat schon so oft für Pannen und Unzulänglichkeiten herhalten müssen, dass es ganz kompetent und glaubwürdig menschliches Versagen kaschieren kann. Digitalität ist schon sehr weit auf dem Weg zur ganz normalen Normalität vorangekommen…

Blogger, Plauderer & Beckmesser


Aktuelle Social Media-Zahlen von Forrester Research

Quelle: Forrester Research

 2008 erschien das erste seriöse, nicht mit der heißen Nadel erschienene Buch über Social Media. Es hieß „Groundswell“ (deutsch: „Dünung“), die Autoren waren Charlene Li und Josh Beroff von Forrester Research. Damals waren sie die Ersten, die ihre Analysen und Prognosen zu Social Media auf validen Zahlen und ersten Praxiserfahrungen (z.B. Dell) stützen konnten. Entsprechend gut und hilfreich war – und ist – dieses Buch.

Damals bekam man dort auch erstmals vernünftige Zahlen über die reale Nutzung von Social Media. Die beiden AutorInnen visualiserten die verschiedenen Nutzergruppen in Form einer Leiter, die in den USA damals unten mit den „Inactives“ (den Nicht-Nutzern – damals bei 50%) anfing und dann über „Spectators“ (die passiven Betrachter, 33%), die „Joiners“ (Netzwerknutzer, 19%), die „Collectors“ (Sammler von Tags & RSS Feeds etc., 15%) und die „Critics“ (Kommentarschreiber aka Beckmesser, 19%) bis nach oben zu den wirklich aktiven „Creators“ (Bloggern & Co., 13%) reichte.

Die Zahlen für Europa, respektive Deutschland waren etwas, aber letztlich unerheblich schlechter. (Auffallend nur, dass in Deutschland die Zahl der Critics, der Kommentarschreiber – und Meckerer – immer höher war als überall sonst in der Welt.)

Jetzt, gut zwei Jahre später, liefert Josh Bernoff in seinem Blog zu „Groundswell“ ein Update zu den Zahlen. Die Nutzungszahlen haben sich natürlich radikal nach oben verändert. Die Leiter ist länger und breiter geworden, sozusagen. Nur noch 17 Prozent der Internetnutzer verweigern sich den Social Media, 70% nutzen Social Media kontinuierlich, 59% gehören nun einem Netzwerk an, 37% schreiben Kommentare und 24% sind voll aktiv, z.B. in Blogs. Fast alle Zahlen der aktiven Nutzung haben sich also in etwa verdoppelt.

Neu in  der Aufzählung sind die so genannten „Conversationalists“, die Plauderer, also Menschen, die In Facebook, Twitter & Co. Microblogging betreben, also Kurznachrichten posten etc. Das tun nun immerhin schon 33% der Internetuser – und damit über die Hälfte derer, die in Sozialen Netzwerken angemeldet sind. (Über die Hälfte davon sind Frauen – 56%, 70% sind unter 30 Jahren.)

Die Lehren aus diese – validen! – Zahlen sind sehr einfach. Wer sich heute den Social Media verweigert, ist hoffnungslos hinterher. Nun kommt es nur darauf an, welche Aktivititäten in welchen Social Media für ein Produkt, eine Marke oder einen Anbieter die richtigen sind – und darüber gilt es kreativ und mutig zu entscheiden – und dann loszulegen und Erfahrungen zu sammeln.

Walfischtran & Mittelmanagement


Das Ende von erfolgreichen Businessmodellen

Ich wohne nicht weit von dem – heute – durch sein Weißbier weltbekannten Städtchen Erding (vor München). Erding war im 19. Jahrhundert eine durchaus wohlhabende Stadt. Im Zentrum lag die Schranne, der Getreidemarkt, wohin alle Bauern Ostbayerns das Getreide für die Landeshauptstadt München brachten. Hier wurden Weizen und Roggen gehandelt und dann in gewaltigen, mehrspännigen Pferdefuhrwerken nach München hinunter gebracht. Der Handel, die Fuhrunternehmen und die Pferde bescherten Erding damals ein schönes Wohlergehen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dann die Eisenbahn bis Erding gebaut. Und vom Tag der Fertigstellung an hatten die Pferdefuhrwerke ausgedient – und Erding als Handelsort. Es folgten lange Jahrzehnte der Armut und des Mangels, bis wiederum ein neues Verkehrsmittel der Region neuen Wohlstand, niedrige Arbeitslosenraten und heftige Zuwanderung bescherte: der Flughafen München II im Erdinger Moos.

Eine ähnliche Geschichte von disruptiven Änderungen, die ganze Wirtschaftszweige düpieren und komplett ummodeln, erzählt Brian Eno, die Musiker- (Roxy Music) und Produzenten-Legende (David Bowie, Talking Heads, U2, Coldplay u.v.a.). In einem Interview mit der BBC schildert er sehr gelassen den Niedergang der Platten- und Musikindustrie:

„Schallplatten waren auch nur eine Blase für eine gewisse Zeit und die, die davon profitieren konnten, hatten viel Glück. Aber es gibt eigentlich keinen rationalen Grund, warum man so viel Geld durch den Verkauf von Platten machen kann. Außer das damals die Zeit dafür genau richtig war. Ich wusste immer, dass das irgendwann zuende sein wird. Mir macht das nichts aus und ich finde es gut, wie es ist. Das ist ähnlich wie um 1840 herum, als Walfischtran als Brennstoff verwendet wurde. Damals waren die Tran-Händler mit die reichsten Menschen auf Erden. Aber als dann das Gas aufkam, war es damit vorbei. Sorry, Jungs, aber so funktioniert Geschichte, es geht immer weiter. Und Musik auf Platten ist heute wie Walfischtran. Sie wird gnadenlos durch etwas anderes ersetzt.“

Die disruptive Kraft des Digitalen

So ist das, wenn neue Technologien kommen und sich durchsetzen. So ist es, wenn disruptive Entwicklungen ganze Branchen quasi über Nacht von Grund auf umkrempeln. Ich erinnere mich gut, wie 1994/1995 alle großen Verlagshäuser ins Internet investiert haben. Moderat zwar nur, aber in ihrem Verständnis hochwaghalsig, schließlich befürchteten sie (zu Recht) Kannibalisierungseffekte.

Aber der Versuch, das neue Medium in ihrem Sinne zu bändigen, war es allemal wert. Immer noch besser als die wenigen, aber attraktiven Kunden, die das Internet damals begeisterte, an „Garagenfirmen“ zu verlieren: als da waren Yahoo, Netscape, AOL, Altavista… (Google kam erst sehr viel später.) Der Versuch war es wert, aber er konnte nicht gelingen, weil wir alle nicht die disruptive Kraft der Online-Digitalität in seiner letzten Konsequenz erkannt haben. (Oder behauptet das jemand von sich? Bitte melden!)

Der Effekt ist ebenso eindeutig wie brutal. Seth Godin, Marketing-Guru (oder -Papst – je nach Glaubensmuster), hat das in seinem Blog knallhart beschrieben: „Wer rettet uns? Wer rettet das Buchbusiness? Wer die Zeitungen? – Was heißt hier retten. Meint das: ,die Dinge sollen bleiben wie sie sind‘? Dann ist die Anwort: Nichts wird uns retten. Es ist vorbei. Wenn es meint: ,wir wollen die Jobs der Presseleute, der Laufburschen und der Legionen an Buchhaltern, Verpackern, Logistikern und Hilfsredakteuren retten‘. Auch dann ist die Anwort: Keine Chance. Da hilft kein Kindle, kein iPad und kein Parlamentsbeschluss. (…)

Wenn es aber darum geht, die Freude am Lesen zu retten, oder die Wirkung von brandheißen News oder die Freude, wenn man durch eine Idee in einem Buch in seinen Grundfesten erschüttert wird, dann keine Sorge. Das braucht man nicht zu retten! Das bleibt und wird sich um den Faktor Zehn verstärken, wenn wir aufhören, unsere Kräfte beim Retten von Unrettbarem zu vergeuden. – Jede Revolution wird zuerst den Mittelbau zerstören, und zwar äußerst heftig.“ (frei übersetzt)

Es geht um Inhalte, nicht um Strukturen

Er hat so recht. Alle großen Medienhäuser, ob öffentlich rechtlich oder privat, ob TV oder Print, haben viel zu viel Ballast. Verwaltungen, Anzeigenakquise (was soll das in Zukunft?), (Mittel-)Management und Verwalter von inhaltlichem Mittelmaß. Es geht darum Inhalte zu bewahren, aber nicht darum Strukturen zu retten. Die wirklich gute Presse, die Top-Nachrichtenleute, die Analytiker, die investigativen Journalisten, die grandiosen Geschichtenerzähler, die Bildkünstler und genialen Gestalter, sie alle sind in der Minderheit. 

Diese rare Spezies zu ernähren – und zwar durchaus respektabel – wird nie ein Problem sein. Dafür ist das Bedürfnis für gute Inhalte, faszinierende Reportagen, gute Filme und entlarvende Features viel zu groß. Der Medienkonsum hat explosiv zugenommen. Die Medienkompetenz auch (wenn auch sicher nicht genug). Es wird so viel Geld für Medien ausgegeben wie noch nie zuvor.

Ein Businessmodell hat absehbar ausgedient. Mit ihm hat man lange gutes Geld gemacht. Aber halt nur, weil es die richtige Zeit dafür war. Jetzt kommt/kam die Disruption. So wie für Pferdefuhrwerke und Walfischtran. Und es trifft zumeist zuerst den Mittelbau von Firmen. Das muss so sein in einem Zeitalter des Abbaus von Hierarchien. Die Oben und die Besten bleiben, weil sie gut sind und/oder die Macht haben. Die unten überleben, weil sie so wenig kosten. Dazwischen aber wird es eng. Sehr eng.

Digital Anxiety Syndrom


Wer hat Angst vor dem großen, weiten Web?

Eigentlich hatte ich mir geschworen, auf Frank Schirrmacher und seine mediale Allpräsenz nicht zu reagieren. Zu beschränkt scheint mir seine Web-Sicht in „Payback“ zu sein. Aber man kommt ihm ja kaum aus. In seinen diversen Talkshow-Auftritten wirkte er seltsam missionarisch und oft auch wirr. Stets fühlte er sich in seiner Argumentation wohl nicht genug verstanden oder ernst genommen und entsprechend ereiferte er sich noch streberischer – und damit erratischer.

Der Höhepunkt dieser Entwicklung war sein Auftritt auf dem DLD. Wenn man sich das Video der Podiumsdiskussion ansieht (und das ist dank Schirrmacher nur begrenzt ein Vergnügen), dann kann man ihn beobachten, wie verzweifelter und mäandernder seine Argumentation wurde. Dass das Symposion in Englisch diskutierte, machte es nur noch schlimmer. Schirrmacher wirkte wie ein von einer schweren Angstpsychose getriebener Eiferer. Diagnose schätzungsweise: Digital Anxiety Disorder, zu Deutsch, Angst vor den Weiten – und der Unkontrollierbarkeit – des Internet.

Wie kann es zu solch einem Fall von digitaler Agoraphobie kommen? Erster Lösungsansatz: der Patient hat sich zu lange in zu engen Räumen aufgehalten, in diesem Fall den analogen Welterklärungs-Stuben der FAZ. Dabei kann es nach gängiger Lehrmeinung allzu leicht passieren, dass man sich vor weiten Räumen zu fürchten beginnt.

Kontrollverlust, Kontrollverlust, oh Gott!

Aber ein zweiter Diagnoseansatz ist vielleicht zielführender. Es ist der Kontrollverlust, der den Patienten so virulent unruhig und manisch mitteilungsbedürftig macht. Dieses Problem hat eigentlich in Ansätzen jeder erlebt, der tief in der analogen Kultur verankert war und sich dann auf die Digitale Welt einzulassen hatte. Nur ist Frank Schirrmacher eben kein Early Adopter – und artikuliert daher erfolgreich die Irritationen, Frustrationen und Ängste der nun langsam zwangsdigitalisierten Generation, die das Internet lange unterschätzt – oder aber arrogant als Kinderkram abgetan hat. Motto: „Das macht meine Sekretärin für mich…“

Wenn man es richtig versteht, ist das zentrale Anliegen von Frank Schirrmacher die (drohende?) Allmacht der Algorithmen und der sie beherrschenden Firmen. Das ist im Ansatz ein wirklich wichtiges Anliegen. In Schirrmacher hat es leider nur den falschen Protagonisten. Durch seine begrenzte Internet-Kompetenz  („Tweed“ statt „Tweet“!) und sein eiferndes bis erratisches Auftreten diskreditiert er das wichtige Anliegen und drängt es an den Rand kabarettistischer Themenstellungen. Schade auch. – Und schade, dass ihm beim DLD – aus Höflichkeit? – so wenig Einhalt geboten wurde – oder seine Einlassungen wenigstens zugespitzt wurden.

Die kulturelle Leistung des Internets

Panel-Teilnehmer Andrian Kreye, Feuilleton-Chef der Süddeutschen Zeitung, hat Gott im Nachgang seine Sicht der Dinge in einem Leitartikel mit dem Titel „Digitales LSD“ klar gemacht. Seine Klage, das Internet habe zwar unseren Alltag komplett verändert, aber kulturell (noch?) viel zu wenig geleistet. – Ich erinnere mich noch gut an die Frühzeiten von Europe Online 1995. Da wurde wild und munter herumexperimentiert. Es gab echt avantgardistische Magazine – so lange das Investorengeld reichte.

Das Faszinierende am Internet ist eben, dass es es – auch dank etlicher Finanzblasen – geschafft hat, sich binnen eines Jahrzehnts als mediale Leittechnologie durchzusetzen und dabei genug Geld in Bewegung zu setzen, um eine weltumspannende billionenschwere Infrastruktur zu schaffen, zu Land und in der Luft. Kein Wunder, dass das Internet dafür so schnell so kommerziell wurde.

Die kulturellen Leistungen des Internets sind nicht herausragende Einzelperformances, sondern es ist die exorbitante generelle Erweiterung und Verbreitung von Spielmitteln für kreative kulturelle Leistungen. (Zum Beispiel die Reality-Animation von blublu.) Und wir stehen da noch ganz am Anfang. Noch ist das Internet in seiner Pubertät, mal sehen, was es leistet, wenn es älter und reifer wird. Wenn man sieht, wie leicht neue Ideen per Internet kreiert und propagiert werden, bleibt einem noch heute oft der Mund vor Staunen offen. Wie viel mehr schafft man pro Tag, wie viel mehr Themen kann man verfolgen – und dabei sich so nahe mit Freunden und Gesinnungspartnern vernetzen. In meiner Erinnerung der vor-digitalen (Medien-)Ära war das Arbeiten auch schön und kreativ, aber langsam und oft mühselig.

iPad – mickrige Fernbedienung der Welt

Und an dem Punkt komme ich dann doch noch mal auf Frank Schirrmacher zurück. Überraschend gut sind seine  neuesten Einlassungen zu Apples iPad im FAZ.NET. Droht durch die konzeptionell wohl bewusst so wenig interaktiv gehaltene „Fernbedienung der Welt“, aka iPad, eine neue Generation von digitalen Couchpotatoes – und mit ihnen, eine Passivisierung des Web-Konsums, wie es bislang nur das Fernsehen geschafft hat?

Andrian Kreye bemerkt in seinem Artikel treffend, dass es Steve Jobs mit Apple sichtlich nicht daran gelegen ist, kulturelle Spitzenleistungen zu schaffen – oder auch nur zu ermöglichen. Das war, wenn überhaupt, nur ein hingenommenes Kollateralereignis. Jobs baut Interfaces, mehr nicht . Und jetzt halt auch für die Digital Beginners. (Für kulturell Leistungen ist bei Steve Jobs wohl nur Pixar, die von ihm gegründete Filmfirma, zuständig, die so geniale Werke wie „Oben“, „Wall E“ oder „Ratatouille“ geschaffen hat.)

Hier droht also der ultimative Kontrollverlust. (Richtig bemerkt, Herr Schirrmacher!) Der Paradigmenwechsel wäre schon krass. Aus Apple, dem Lieblingstool der Kreativen, wird eine Marke für die tumben, passiven Medien-Konsumenten, die auch brav für immer wieder neu aufbereitete Inhalte bezahlen. Und der PC, bislang die Inkarnation des tumben Nerd, wird das Tool der kreativen, interaktiven, digitalen Fundamentalopposition. Kurios. Die erste erfreuliche Sicherheitslücke im Windows-System…

Corporate Content


Oder: Wie wächst man in die Herausgeber-Rolle?

Alle großen Firmen investieren heute klaglos in ihre Websites. Da wird auch nicht gespart. Vorausgesetzt es sind Einmalkosten. Für die laufende Betreuung hingegen wird gerne entweder gar kein Etat bereitgestellt oder viel zu wenig. Hier spiegelt sich noch die alte Kampagnen-Mentalität der Werbung wider. Einmal ein kreativer Kraftakt, aber dann muss Ruhe sein – und die Kunden brav kommen und ordern/kaufen/bezahlen.

Diese alte Gewohnheit, über Jahrzehnte im überkommenen Reklame-Business antrainiert, ist heute in Zeiten Digitaler Kommunikation und vor allem Sozialer Netze längst überkommen. Wer heute nicht permanent den Ball spielt, wer nicht kontinuierlich in Kommunikation investiert, wird mittel- und langfristig kaum Erfolg haben. Und in Kommunikation zu investieren heißt, konsequent Monitoring zu betreiben und unermüdlich Content zu produzieren.

Monitoring ist das Marktforschungstool der Gegenwart (und der Zukunft). Macht man das gut und intelligent (ja, dafür braucht es auch Human Brain!), dann erfährt man in Echtzeit und billig was die Kunden bewegt, was sie interessiert und was sie gegenbenenfalls wünschen. Das kann Marktforschung so kaum (mehr) liefern.

Sie kennen das Bild vom Unternehmen als Autofahrer? War Marktforschung immer nur der Blick in den Rückspiegel, anhand dessen man zielgerecht steuern sollte, so ist Monitoring heute mindestens der Blick zum Seitenfenster hinaus, manchmal erhascht man sogar einen Blick zur Frontscheibe hinaus nach vorne. (Und das bei stetig beschleunigender Fahrt!)

Und dann heißt es, auf diese Einsichten zu reagieren. Man muss also selbst kommunizieren, d.h. in letzter Konsequenz Content produzieren. Und der sollte gefälligst so interessant und spannend sein, dass er sein Publikum findet und fesselt. Das funktioniert aber nur mit Inhalten, die nicht glattpoliert und langweilig sind. Jeder erfolgreiche Medienmacher weiß, dass (nur) Inhalte, die Konflikte nicht scheuen, wirklich erfolgreich sein werden.

Um solche Inhalte zu produzieren, vor allem aber zu verantworten und die daraus resultierenden Konflikte ausstehen zu können, braucht es inhaltliche Kompetenz und eine gestandene Persönlichkeit. Oder schlicht gesagt, es braucht Mut. Gute Herausgeber von Medien haben den. Sie wissen, dass Zuschauerinteresse nicht für lau zu haben ist.

Und hier liegt die zentrale Crux von Corporate Content. Die Verantwortlichen für die Inhalte müssen lernen, Herausgeber zu werden, möglichst mutige und ingeniöse Herausgeber. Das ist nur schwer von Managern der mittleren Ebene, die ja noch Karriere machen wollen, zu erwarten. Da muß entweder ein erfahrener Dienstleister oder Fachmann von außen her, oder wenn man es partout selber machen will, muss aus dem Vorstand heraus Ermutigung kommen und klar gemacht werden, dass sich Mut und Entscheidungsfreude auszahlen.

Die neuen Herausgeber


Bratpfannen zu Content! Oder so…

Keine Frage. Gute journalistische Arbeit ist nur gegen (gutes) Geld zu haben. Gerade im Information Overflow ist man froh für jede Justierung von Tatsachen, für jede schlüssige Erklärung und natürlich besonders, wenn Missstände aufgezeigt werden – etwa durch investigativen Journalismus. Aber die Frage bleibt, wer das finanziert. Das müssen nicht zwangsweise Abonnenten von starken Medien (Zeitungen, Magazinen, TV-Anstalten etc.) sein.

RED BULLetin

Warum können das nicht ganz neue Medienanbieter sein. Zum Beispiel so kleine und wendige Neugründungen wie die Huffington Post. Oder warum nicht große Medien-Distributoren wie Vodaphone, die Deutsche Telekom, Verizon, AT&T etc. Warum nicht starke Konsumenten-Marken, die schon heute mehr und mehr Marketingmittel in eigene Medien stecken wie zum Beispiel Red Bull. Vielleicht ist ja investigativer Journalismus bald solch ein waghalsiger und riskanter Job, dass er zu einer Marke wie Red Bull passt (s.a. Red Bulletin).

Oder mal anders herum argumentiert. Wenn Medienunternehmen wie die Süddeutsche, Focus, The Guardian etc. Geld damit verdient, indem sie Wein verkaufen, DVDs oder auch Bratpfannen, warum sollten dann Produzenten von Bratpfannen (oder besser von anderen hochwertigeren Konsumentenprodukten) nicht umgekehrt in Qualitätsjournalismus investieren?

Warum sie das tun sollten? Alle großen Konsumentenmarken haben das Problem, dass sie die direkten Kundenbeziehungen an Amazon, Google und andere verlieren. Warum sollen sie den Kontakt zu ihren Kunden nicht durch gut gemachte Medien – also Journalismus – zurück zu gewinnen versuchen?

Qualitativer Journalismus kostet Geld. Aber die Frage bleibt offen, wer dafür zahlt. Womöglich in Zukunft nicht mehr (nur) der Leser oder Zuschauer. Hier hilft vielleicht ein kurzer Blick in die Geschichte des Journalismus. Die meisten Zeitungen und Magazine sind entstanden, weil Besitzer von Druckmaschinen einen Weg gesucht haben, ihre Druckpressen besser auszulasten. Dafür haben sie Magazine und Zeitungen gegründet – und Journalisten angeheuert. Alle großen Medienhäuser haben so angefangen. Und warum soll es heute anders sein. Wenn Produzenten einen Sinn in einem Engagement in Medien sehen…

Im Digitalen Zeitalter kann jeder Herausgeber sein. Jeder kann hochqualitativen Journalismus bieten – per Internet. Hans Mustermann ebenso wie große Marken. Und das müssen eben nicht zwangsweise große Medienmarken sein. Entsprechend absurd ist die Vorstellung von Paid Content als einzige Option einer funktionierenden Medienwelt. Medien haben die letzten Jahrzehnte immer davon gelebt, dass sie Marketingvehikel waren. Warum soll auf einmal einzig der Konsument für die Medien zahlen, bloß weil Marketing glücklicherweise heute das Geld nicht mehr in manipulative und impertinente Werbung investiert…

Armeen der Beschleunigung


Unmittelbarkeit und Real Time als Machtmittel

Microblogging-Medien wie Twitter haben Real-Time zur Selbstverständlichkeit gemacht. Auch wenn die Zuwachszahlen schwächer werden, Real-Time, zu deutsch „Unmittelbarkeit“, gehört die Zukunft. Ein schlüssiger Beleg dafür findet sich in dem wunderbar bereichernden Buch „Liquid Modernity“ (schlecht ins Deutsche übersetzt als „Flüchtige Moderne“ – edition suhrkamp): „Heute herrschen diejenigen, die schneller handeln und sich schneller bewegen, die der Momenthaftigkeit der Bewegungen am nächsten kommen. Beherrscht werden hingegen jene, die sich nicht mit der gleichen Geschwindigkeit bewegen können, und noch deutlicher trifft es jene, die ihren Platz nicht verlassen wollen oder ihn nicht verlassen können.

Gegenwarts-Kanarie

Herrschaft besteht in der eigenen Fähigkeit, zu verschwinden, sich zu entziehen, „Woanders zu sein“ und das Recht zu haben, über die Geschwindigkeit zu entscheiden, mit der all das passiert – während man zur gleichen Zeit den Menschen auf der anderen, der beherrschten Seite die Möglichkeit nimmt, ihre Bewegungen anzuhalten oder zu verlangsamen. Der heutige Kampf um die Herrschaft wird ausgetragen zwischen den Armeen der Beschleunigung und der Verzögerung.“

Unmittelbarkeit, Real-Time als Machtmittel, Twitter als Armee der Beschleunigung. Und zugleich ist es ein neues Freiheitsversprechen. Die extreme Verankerung in der Gegenwart, in der Momentarität, schafft Luft und Abstand sowohl zur Vergangenheit („Gott sei Dank, vorbei!“) und der immer unsicheren Zukunft. So wird Unmittelbarkeit als Lifestyle-Attitüde sozusagen das Zeitäquivalent zur heute so hoch verehrten – und hoch wirksamen – Authentizität.

Info-Visualisierung


Info-Design meets Programmierung

50 Prozent unserer Gehirnleistung ist nur mit der Verarbeitung der Eindrücke der Augen beschäftigt. Das deutet an, wie wichtig Visualisierung ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich 65 % der Informationen, die durch Bilder vermittelt werden, 72 Stunden danach noch präsent sind, 10 % sind das nur bei textlichen und gehörten Informationen. Sehr schön dazu ein Vortrag von Alex Lundy (danke #Andrian).

Diese Erkenntnisse zeigen, wie wichtig Infografiken sind – und in Zukunft werden. Und damit sind Infografiken gemeint, nicht die Peinlichkeiten, die Excel oder Powerpoint zur Verfügung stellen. Dazu gehören aber eine gehörige Portion Kreativität, konzeptionelles Denken und technische (Programmier-(Fähigkeiten). Nur dann ist man für die Chart Wars, die uns in Zukunft erwarten, gerüstet. Die Slides auf Ted.com (und mit Abstrichen auf DLD) sind da nur die Vorhut.

Einen Vorgeschmack, was bei der Visualisierung auch extrem großer und komplexer Daten möglich ist, habe ich bei der Jurysitzung zum Multimedia Annual 2010 erlebt. Dort waren unter den Studentenarbeiten mehrere außergewöhnlich gelungene Projekte zur digitalen Visualisierung riesiger Datenmengen zu bestaunen. Da reift die erste Generation von Programmierern und Designern heran, die beides können: kreativ optisch denken und das auch technisch umsetzen. Wenn die Digital Natives erst die wichtigen Plätze in den Medienagenturen und Firmen erreichen, darf man auf eine wahre Explosion neuer grafischer Dimensionen hoffen (ca. 2015 bis 2020).

In der Zwischenzeit bleibt uns literal (mit Buchstabensuppe) Aufgewachsenen  nur als Ausweg, fleißig unsere Phantasie zu trainieren und zu optimieren, um damit Texte und Gehörtes im Bio-Computer über dem Hals in eindrucksvolle und gut merkbare Bilder – und Grafiken –  zu verwandeln. So wie ich es eigentlich immer getan habe. Das hilft, sich zu erinnern. Nur leider lassen sich so keine akuraten Fakten speichern. Fuzzy Logic halt …

Digitale Realsatire


Süddeutsche Zeitung: Kein Abschied von alten Denkmustern

Es geht doch nichts über gelebte Realsatire. Jüngstes Beispiel: die Süddeutsche Zeitung vom 15. Januar. Da stand ganz oben im Wirtschaftsteil doch tatsächlich mal ein ausführlicher Kommentar zum Digitalen Business. Eine Rarität so etwas in der SZ.

Der Inhalt: Den Werbeagenturen wird wortreich vorgeworfen, nicht (mehr) kreativ zu sein, vor allem nämlich den Trend zu den Social Media verschlafen zu haben. Zitat: „Allerorten wird getwittert, geskypt und gebloggt – doch bisher gab es kaum tragfähige Konzepte, wie Unternehmen diese neuen Kommunikationskanäle sinnvoll nutzen könnten.“

Was für eine Mühsal, ich musste dieses Zitat tatsächlich Wort für Wort von der Print-Ausgabe abtippen. (Ja ich habe noch ein Abo, aber eher aus Solidarität denn aus Bedarf.) Die Süddeutsche hat diesen Kommentar jedenfalls nicht online gestellt. (Deshalb leider kein Link.) Dabei geht es doch hier um genau dieses Business.

Und während man den Werbeagenturen vorwirft, „den wichtigsten kommunikativen Trend des 21. Jahrhunderts verschlafen zu haben.“, hat die Süddeutsche nicht verstanden, wie Kommunikation im 21. Jahrhundert funktioniert: Texte werden online gestellt, damit darüber kommuniziert werden kann, dass ein Diskurs über den Inhalt entstehen kann. Vor allem wenn schon das Online-Business selbst Thema ist.

Der Hohn ist angesichts dieser Ignoranz dann auch noch der Titel des Kommentars: „Kunst der Kommunikation – Viele Werbeagenturen müssen sich von alten Denkmustern lösen“. Da sind dann zwei (zu Recht!) kränkelnde Branchen in ihrer Unfähigkeit solidarisch vereint. Werbung und Print-Business.

Vielleicht schämte man sich aber auch bei der Süddeutschen ein wenig über den Kommentar. Denn er war voller Fehler und Unterstellungen. (Und noch mal geht’s ans Abtippen:) „Manche große Agentur hat nicht einen einzigen Social Media-Experten in ihren Reihen – geschweige denn ein Konzept, wie ihre Kunden diesen Bereich in ihre Kommunikationsstrategie integrieren können.“

Was habe ich eigentlich die letzten 18 Monate gemacht? Eigentlich nichts anderes, Beratung in Sachen Social Media. Einiges wurde auch umgesetzt. Vieles ist noch in der Pipeline. Und einige Firmen haben – zu Recht – einen Riesen-Respekt vor diesem Thema. Online und Social Media wollen gelernt sein. Ich komme auch gerne zur Süddeutschen und helfe da aus.

P.S.: Mein Leserbrief (Mail!) ist natürlich unbeantwortet geblieben…