Zynismus reloaded


Die Unfähigkeit der Werber zur Begeisterung

Hubertus von Lobenstein, einer der einflussreichsten Werber in Deutschland (Saatchi & Saatchi, Springer & Jacoby, TBWA, jetzt vonlobenstein ltd.) hat in seinem Blog eine sehr seltsame Begebenheit beschrieben. Er scheint in seinem Facebook-Umfeld in einem seltsamen schwarzen Loch der Miesepeterei zu leben. Letztes Wochenende freute sich Deutschland ziemlich spontan und einheitlich über Lena Meyer-Landrut und ihre zu Herzen gehende Performance und Authentizität bei „Unser Star für Oslo“. Selbst die Berufszyniker in der Presse, inklusive der Süddeutschen Zeitung und sogar BILD, schrieben liebevolle bis euphorische Artikel über das neue deutsche Mädchenwunder. Mit ihrer phantasievollen Art brachte Lena sogar diesen Zynismus zum Schmelzen.

Einzig eine Insel des Zynismus bleibt fest. So jedenfalls beschreibt Hubertus von Lobenstein die Reaktionen, die er aus seinem Freundeskreis auf Facebook über drei Stunden hinweg erlebte. Er zitiert Sprüche wie: „Die kann nicht singen!“, „Was für eine Blamage für Deutschland!“, „Die ist ohne Talent und hässlich.“ oder „Warum müssen wir mit solchen Shows und ihren talentfreien Akteuren leben?“ Von Lobenstein betont, dass diese Reaktionen nicht etwa von Musikkritikern oder Fans der Konkurrentin Jennifer kamen, sondern von „ganz normalen Menschen“ aus der Werbebranche.

Nicht zufällig übertitelt von Lobenstein seinen Blogeintrag mit „Stop the Cynics!“ Erschreckend ist ja nicht nur, wie von Lobenstein bemängelt, dass hier Werber gegen den breiten Massengeschmack anmäkeln. Schlimmer ist, dass sie das Gespür verloren haben, wie und warum Lena so viel Zustimmung erhielt. Oder zugespitzt formuliert: Sie haben die Fähigkeit verloren, sich begeistern, sich becircen zu lassen – oder sich auch mal einfach in eine Fee des 21. Jahrhunderts zu verlieben. Zynismus verätzt scheinbar alle Rezeptoren für große Gefühle und versperrt den Zugang zu ihnen.

Zyniker werden nicht geboren

Zynismus ist in seiner Charakteristik eine sehr feige Haltung. Wolfgang Kröper von der Agentur „Betriebskultur“ bemerkt in seinem Kommentar zu Hubert von Lobensteins Post sehr treffend: „Äußere ich mich negativ über einen Sachverhalt, rede ich immer über das kritisierte Objekt. Spreche ich mich positiv für eine Sache aus, erzähle ich etwas über mich.“ Beckmesserei oder Mäkelei ist immer auch ein Verstecken der eigenen Person hinter ätzenden Bemerkungen. Es ist allzuoft auch die Angst vor eigener Hohlheit und mangelndem „Selbst-Bewusstsein“, das sich hinter aufgeblähtem „Selbstbewusstsein“ versteckt.

Fragt sich aber, was macht die Medien und die Werbung zu solch einem Hort von Zynikern? (Welch fatale Symbiose in Anbetracht der Lage beider Branchen!) Geht man als Zyniker in diese Branchen oder wird man dort dazu ausgebildet? Was die Werber angeht, habe ich oft genug erlebt, wie aus begeisterten Kreativen berechnende bis zynische Kampagnenmanager wurden. Das schaffen Kunden oft ganz leicht. Im Briefing heißt es noch, es muss etwas ganz Neues, ganz Mutiges gewagt werden. Aber wehe, man nimmt das zu ernst. Dann erstarrt der Kunde manchmal schon bei der Präsentation wirklich mutiger Ideen.

Ideen schrumpfen zur Wirklichkeit

Oder fast noch schlimmer: Im Prozess der Umsetzung der Ideen wird scheibchenweise immer mehr Mut gekappt. Ich glaube, von Karl Kraus stammt für dieses Phänomen die Beschreibung von der „Idee, die zur Wirklichkeit schrumpft“. Besonders schmerzhaft ist es, wenn nach diesem Schrumpfungsprozess alle Kanten abgeschliffen sind und sich die Ur-Idee nicht einmal mehr erahnen lässt. Und das passiert nur allzu oft.

Manchmal überleben großartige, mutige Ideen zunächst noch, weil vielleicht wirklich ein Vorstand Mut honoriert und selber mit verantwortet. Manchmal kämpfen auch starke Werber so überzeugend, dass ängstliche Kunden über ihren Schatten springen. Dann aber, wenn der kreative Alltag einkehrt und Manager der zweiten Ebene das operative Geschäft übernehmen, gewinnt immer mehr Hasenfüßigkeit die Oberhand. Und das soll kein Vorwurf an diese Manager sein. Sie wollen schließlich noch Karriere machen. Und die kann man so gut wie nie ohne Netz und doppelten Boden machen. Also sichert man sich ab – auf beiden Seiten. Zu ungunsten des kreativen Produkts.

Das Korrektiv des Crowd-Blissing

Solche Prozesse sind die gnadenloseste Schule des Zynismus. Es gab bisher auch kaum eine Option, solch einer Entwicklung zu entkommen. (Außer durch ingeniöses Coaching von außen.) Aber heute ist das anders. Heute kann man nicht mehr wie einst den schlimmstmöglichen Konsumenten als Standard setzen und den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Mediennutzer gnadenlos nach unten rechnen. Heute hat man genug Möglichkeiten der Realtime-Recherche, um zu sehen, wie ein Publikum tickt – und wie es etwa im Fall Lena spontan im Netz seiner Freude, Begeisterung und Liebe Ausdruck verleiht.

Hubertus von Lobenstein hätte seinen Facebook-Kreis nur kurz verlassen und letzten Freitag oder Samstag einmal in Twitter schauen müssen. Dort explodierten schier die positiven Posts über Lena. Crowd-Blissing at its best. Und Werber waren durchaus auch dabei. Thomas Koch etwa, Branchenurgestein, hatte sofort die besondere Qualität von Lena entdeckt und auf seinem Twitterchannel #ufomedia kommuniziert: „Go, Lena, go!“ Alter schützt halt vor Begeisterungsfähigkeit nicht!

Wir haben heute die Option von Monitoring, wenn wir in den Medien und der Werbung arbeiten. Wir können heute in Echtzeit Meinungs- und Stimmungsbilder abrufen. Die Zeit von selbstgezimmerten Ideallesern wie Henri Nannens Putzfrau („Der Nil ist blau!“) oder synthetischen Konsumenten-Clustern (LOHA!) ist damit vorbei. Man kann mit realen Menschen in Echtzeit kommunizieren. Das können auch in Zukunft Profis besser. Das ist dann die Zukunftsperspektive von Medien und nach dem Niedergang der etablierten Werbung eines künftigen Begeisterungs-Business: die Organisation der Kommunikation zwischen Branchen, Firmen, Produkten und den Konsumenten.

Facebook auf Rezept


Social Networks machen glücklich und kreativ

Und einmal mehr gefährdet das Internet den Fortbestand des Abendlandes. Diesmal sind Facebook, Twitter und all die anderen Social Networks schuld. Schweizer Banken sperren für ihre Mitarbeiter Facebook, weil es von der Arbeit ablenkt und Phishing Attacken möglich macht. (Daten nach Deutschland?) Die italienische Post hat den Facebook-Konsum ihrer Mitarbeiter auf eine Stunde pro Arbeitstag rationiert, aufgeteilt in sechs Etappen à 10 Minuten.  In der Hälfte der US-amerikanischen Firmen sind Twitter und Facebook komplett tabu, weil angeblich arbeitseffektivitätshinderlich, 1,5 Prozent der wirtschaftlichen Produktivität der USA soll Facebook allein vernichten. In Großbritannien soll die Wirtschaft jährlich um 1,83 Milliarden £ durch Social Media geschädigt werden.

Tony Hsieh

Oh Herr, lass digitales Verständnis auf die Ungläubigen regnen! Oder vielleicht tun es auch folgende drei authentischen Exempel neuer digitaler Kultur:

A) Facebook & Co. schädigen die Wirtschaft nicht, sondern sie feuern sie an. Gerade durch die kurzen Social-Snacks, die sich die User an den Bürocomputern gönnen. WIRED weist in seiner aktuellen Ausgabe nach, wie wichtig solch kleine Pausen bei der Arbeit für das menschliche Gehirn sind. Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, kontinuierlich wie am Fließband zu arbeiten, schon gar nicht bei kreativer Arbeit. Der menschliche Geist braucht Ablenkung, um ein Problem oder eine Arbeit immer wieder neu und/oder von einem anderen Blickwinkel anzugehen. Das weisen die Autoren des Buches „Creativity and the Mind“ (Perseus Books) nach.

Facebook macht glücklich

B) Besuche bei Facebook, Twitter und Konsorten sind dabei mental sehr ereignisreiche Erholungspausen. Der amerikanische Neurowissenschaftler Dr. Gary Small hat bei seinen Untersuchungen der Gehirnaktivitäten von Usern der Social Networks festgestellt, wie er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung berichtet, dass bei Facebook-Newbies dieselbe Gehirnaktivität wie beim Lesen eines Buches festzustellen ist. Bei erfahrenen Nutzern aber war die sie mehr als doppelt so hoch. Hier explodiert das Gehirn nahezu. So gesehen dürfte die Arbeit nach solch einem Gehirntuning ja deutlich besser von der Hand gehen.

Außerdem sind Facebook-User glückliche Menschen. Dr. Small ängstigt sich, dass Facebook-User dopamin-abhängig werden, weil sie dank der Vernetzung mit ihren Freunden so viel des Glückshormons ausstoßen, dass es eine „nüchterne Verwendung solcher Dienste sehr schwierig macht“. (Wer will das auch schon.)

C) Das beeindruckendste Bekenntnis für Social Media und hier speziell für Twitter hat in einem ausführlichen Blogeintrag der CEO von Zappos, Tony Hsieh, formuliert, der seinen Online-Schuhhandel unter anderem mit seiner Social Media-Strategie extrem erfolgreich gemacht hat (und inzwischen teuer an Amazon verkauft hat). Unter der Headline „How Twitter Can Make You A Better (and Happier) Person“ führt er detailliert aus, wie ihn sein Blog und vor allem sein Twitteraccount glücklicher werden ließ und zu einem besseren Menschen gemacht hat. Eine überzeugend argumentierende Huldigung.

Twitter macht einen besseren Menschen

Vier wesentliche Benefits schildert er an schönen, oft witzigen Beispielen:
1. „Twitter macht mir immer wieder bewusst, wer ich und meine Firma sein wollen.“
Es lässt ihn bewusster Leben, so als sei permanent eine Kamera auf ihn gerichtet. Seitdem ist er freundlicher zu seinem Umfeld und offener und positiver in der Bewertung fremder Menschen.
2. „Twitter lässt mich den Alltag in witzigerer und positiverer Weise sehen.“
Hsieh kann inzwischen in nervigen Situationen die komischen Elemente entdecken und per Twitter als wahre Komödien inszenieren, etwa als er sich auf dem Balkon seines Hotels aussperrt und per Twitter Hilfe holt.
3. „Twitter lässt mich immer wieder darüber nachdenken, wie ich das Leben anderer besser machen kann.“
Statt narzisstischer Selbstbespiegelung will Hsieh in jedem seiner Tweets etwas Positives bewirken. Es machte ihn daher weniger Ich-bezogen und sensibler für die Probleme oder Anliegen anderer.
4. „Twitter lässt mich die kleinen Dinge im Leben bewusst wahrnehmen.“
Da Hsieh sich vorgenommen hatte, jeden Tag zu tweeten nahm er seine Umwelt viel aufmerksamer wahr und entdeckte so kuriose Szenen und Bilder, die er beschreibt oder fotografiert.

Merke: Facebook und Twitter machen glücklich – und noch dazu bessere Menschen aus uns. Nur falls mal der Chef Probleme macht, wenn man im Büro auf Facebook aktiv ist!

Burn on statt Burn out


Freizeit als kreativer Sprengsatz

Eine der häufigsten Defensivsätze nach meinen Vorträgen und Workshops über Social Media (Facebook, Twitter & Co.) geht meist ungefähr so: „Ich würde ja so gerne, aber ich weiß nicht woher ich die Zeit dafür nehmen soll.“ Diesen Satz gibt es in verschiedenen Klangfarben von wehleidig klagend bis forsch selbstbewusst nach dem Motto: Ich habe viel Wichtigeres zu tun. Erschreckend wie viele Menschen sich in eine selbst geplante Zwangsjacke aus verplanter Zeit flüchten. Der Status Quo des eigenen Terminkalenders verhindert wirksam jede auch noch so marginale Änderung des Lebensablaufes.

Ein grandioses Beispiel eines knallhart verplanten Lebens – hier ins Extrem überzogen – beschreibt Miriam Meckel in ihrem Versuch, ihr Burn Out-Erlebnis in Gedanken und Worte zu fassen: „Brief an mein Leben“. Der bezeichnendste Satz dort: „Im Alltag nach dem Sinn des Lebens zu fragen, ist in etwa so passend und mutig, wie im Schlafanzug zu einem Empfang des Bundespräsidenten zu gehen.“ Wer nach dem Sinn des Lebens nicht im Alltag fragt (wo denn sonst?), sollte vielleicht wirklich zu einem Empfang des Bundespräsidenten gehen, in welchem Aufzug auch immer.

Cognitive Surplus

Wie gefangen wir in unserem Umgang mit an sich frei verfügbarer Zeit sind, beschreibt eindrucksvoll Clay Shirky (Autor, Berater, Uni-Professor N.Y.) in seinem Vortrag auf der Web 2.0 EXPO mit dem Titel „Cognitive Surplus“ – vielleicht am besten übersetzbar mit „Geistiger Zugewinn“. Er erzählt hier zunächst die Geschichte, wie am Anfang der industriellen Revolution in England die der Landarbeit entwöhnten Arbeiter in ihrer Freizeit nichts Besseres zu tun hatten als sich mit Gin ins Koma zu saufen. Es gab damals aufgrund der riesigen Nachfrage überall fliegende Gin-Verkäufer in London.

Shirkys These: Die Arbeiter konnten mit der ungewohnten freien Zeit nicht umgehen und ergriffen die erst schlechteste Option: Gin. Als Gegenmittel zu den Alkoholexzessen entstanden dann allmählich in London die bis heute üblichen bürgerlichen Bildungs- und Zerstreuungs-Institutionen: Schulen, Bibliotheken, Museen, Theater, Politik. Merke: Freizeit und ein sinnvoller Umgang damit will erst kreativ erdacht und dann gelernt sein.

TV als Kreativitäts-Tod

Dasselbe Dilemma passierte laut Shirky nach dem Zweiten Weltkrieg ein weiteres Mal. Durch steigende Einkommen und sinkende Arbeitszeiten entstand ein neuer ungelöster Freizeit-Stau. Der wurde diesmal nicht (so sehr) mit Alkohol absorbiert, sondern diesmal mit TV-Konsum. Da auch zu dieser Zeit keine anderen Konzepte zur Vernichtung von Freizeit zur Verfügung standen,  kam der passive Medienkonsum samt ihn finanzierender Werbung gerade recht, um den Überfluss an freier Zeit zu kanalisieren.

Diesmal, nach 50 Jahren TV-Boom, sind es nun die Social Media, die eine sinnvolle Alternative zur passiven Freizeitvertrödelung bieten. Shirky errechnet, dass die Arbeit, die etwa bisher in Wikipedia geflossen ist, schätzungsweise 100 Millionen Stunden geistiger Arbeit gekostet haben. Eine Riesensumme auf den ersten Blick. Aber dem stehen 2 Milliarden Stunden TV-Konsum pro Jahr allein in den USA entgegen. So gesehen könnten mit dieser unproduktiven Zeit allein in den USA jährlich 2.000 Projekte von Wikipedia-Dimensionen geschaffen werden. Oder anders gerechnet. Die 100 Millionen Stunden, die Wikipedia bis heute „gekostet“ hat, werden allein jedes Wochenende in den USA mit dem Konsum von TV-Werbung verplempert.

Trillionen von Stunden Schaffenskraft

Diese Zahlen – so sehr sie im Einzelnen hinterfragt werden könnten – geben eine Dimension von möglichem Zugewinn an aktiver geistiger Beschäftigung („cognitive surplus“), die uns zur Verfügung stehen könnte. Kein Wunder, dass also der TV-Konsum sinkt, vor allem bei jungen Zielgruppen. Und wie wertig attention-mäßig ein im Hintergrund laufender TV-Apparat ist, während zur selben Zeit vor dem Bildschirm gebloggt, gepostet, gechattet oder das Social Network gepflegt wird, ist offensichtlich. (Inzwischen auch zunehmend der werbenden Industrie.)

Wenn man dieses Potential an brach liegender Zeit und Kreativkraft sieht und dazu die Möglichkeiten bedenkt, die das Internet und speziell Social Media uns heute zur Verfügung stellten, ist das Wissens-Wunder Expedia kein Wunder mehr. Das erklärt auch den Boom von Blogs, Chaträumen und Social Media, von Facebook, Twitter & Co. Und stellt man in Rechnung, dass die Generation der Digital Natives Interaktion als Selbstverständlichkeit leben, ahnt man die Probleme, die das TV-Business und die in Passivität investierende Werbeindustrie schon allzu bald bekommen werden. Und man bekommt einen Vorgeschmack, was mit den Billionen, ja Trillionen ungenutzter geistiger, kreativer, sozialer Schaffenskraft alles Schöne und Gute entstehen kann. Sinnvolle Arbeit, die wirksamer erholen kann als passiver TV-Konsum. – Burn On statt Burn Out!

Die neuen Gut-Menschen


Facebook –  alles viel zu nett hier?

Ein Blick auf die Riege meiner Freunde auf Facebook. Alles so nette Leute! Kein Wunder, sind ja meine Freunde! Aber im Ernst, so weit man rum kuckt, was immer man liest, alles ist nett, interessant und oft genug überraschend und anregend. (Na ja, fast alles – ich mag Farmville & Co. nicht.) Ich werde den Eindruck nicht los, dass Facebook ein Tool ist, das auf eine ganz kuriose Weise die eher angenehmere Art jedes Menschen zum Vorschein bringt. Es macht nicht bessere Menschen aus uns, aber – mal mutig formuliert – es bringt unsere gute Seite zum Klingen.

Wer kennt das nicht? Eine der eher früheren Erfahrungen in meinem Leben war, wie sehr sich Freunde mit wechselnden Partnern ganz verschieden entwickelten. Mit der einen Freundin waren sie arrogante Dödel, mit der anderen fiese Möppe – und dann plötzlich erlebten sie eine Bekehrung auf ihre beste Seite – mit einer anderen Flamme an der Seite. (Nicht alle sind dann bei der geblieben, komisch!) Es gibt einfach Menschen, die bringen einen dazu, auf der Bandbreite menschlicher Qualitäten, die einem mit in die Wiege gelegt worden sind oder später mühsam dazu erworben sind, die Juwelen, Kristalle und Gemmen zu zeigen, und nicht die dunklen Brocken, das Kryptonit oder andere Giftstoffe.

Und jetzt gibt es eben eine Plattform im Internet, die Ähnliches schafft. – „Ja, ja!“, winken die Facebook- und Web 2.0-Miesepeter da sicher gleich ab. „Alles Heuchelei, alles nur Fassade! Denn wer will denn vor aller Welt seine dunklen Seiten ins Schaufenster stellen.“ Und dann geht es mit den üblichen Vorurteilen und Bedenken weiter: Wenn man dort was Falsches postet, dann begleitet einen das sein ganzes Leben. Arbeitgeber haben nichts Besseres zu tun, als  gnadenlos so lange im Netz zu recherchieren, bis irgendein belastendes Foto zu finden ist. Das falsche YouTube-Video oder die falsche Mucke empfohlen und schon entlarvt man sich psychologisch als labil oder geschmackstechnisch als untalentiert.

Facebook = Digitale Bigotterie?

Ich liebe solch Kritik und Skepsis von Menschen (not!), die kaum selbst mal richtig in die Sozialen Netze reingeschmeckt haben, ganz zu schweigen, dass sie sich ernsthaft darauf eingelassen und vielleicht sogar so etwas wie digitale Euphorie zugelassen haben. Die wollen vielleicht einfach nicht, dass Facebook ihre guten, schönen, sympathischen, netten Seiten betont. Schränkt ja auch sehr ein, zugegeben. Ich jedenfalls finde es eine echte Befreiung, meine positive Seite zu zelebrieren.

Das alles hat mit Heuchelei oder digitaler Bigotterie nichts zu tun. Ein faszinierendes Phänomen ist, dass Netzwerke automatisch dazu neigen, gute Stimmung zu verbreiten. Während es in analogem Ambiente wie S-Bahnen, Warteräumen, Büros oder Kneipen durchaus gelingen kann, eine ganze Fahrt, einen ganzen Tag oder einen ganzen Abend lang nur zu mosern, zu klagen und schlechte Stimmung zu verbreiten, funktioniert das in Netzwerken so gar nicht. Stimmungsmuffel und Miesepeter haben hier auf die Dauer keine Chance. Sie vereinsamen schnell. (Hide-Button sei dank!)

Gerade Facebook ist eigentlich eine einzige große Überraschungs-, Wunder- und Lernmaschine. Dort (und natürlich auch bei Twitter) werden die außergewöhnlichen Momente mit den Freunden geteilt. Fotos, Videos, Links, Ideen, Aphorismen und Sinnsprüche. In den besten Fällen entwickeln Facebook-Poster eine ihnen eigene Poesie in ihren Texten und Fotos. Andere setzen witzige Akzente, wieder andere sind echt euphoriebegabt. In langen Kommentarketten entstehen im besten Fall regelrechte Satire-Perlen – oder auf der ernsten Seite echt hilfreiche Initiativen. Wenn das eine Vorahnung davon ist, wie eine künftige Kultur und der Umgangston der Digital Natives aussehen könnte. Wunderbar.

Die wundersame Welt der Digitalität

Eine andere Sorge formuliert aktuell der Elektrische Reporter im ZDF. In seiner Folge über Digitale Identität wird sich um das Wohlbefinden des hybriden Menschen in sozialen Netzwerken gesorgt. Welche Aspekte seiner vielen Seiten soll ein moderner Mensch aus seiner widersprüchlichen Mixtur von gesellschaftlichen Rollen auf Facebook zeigen? Eine kuriose Sorge. Es macht gerade den besonderen Charme einer Facebook-Identität aus, wenn diese vielschichtig und speziell ist, gerne auch widersprüchlich. Welch ein Irrtum, wenn man Authentizität mit einem monolithischen, vermeintlich klaren Persönlichkeitsbild verwechselt. Oder was für eine kuriose Sorge, dass bei Facebook die „Trennwände zwischen unseren Identitäten“ einstürzen.

Abgesehen davon, dass hier Rollen mit Identitäten verwechselt werden, wird hier überholtes und seit je nur künstliches ein Menschen- und Identitätsbild gezeichnet, wie es die Werbebranche seit Jahrzehnten als Karikatur der Wirklichkeit entwickelt hat. Der vielbesungene Gourmet, der auch mal zu McDonald geht. Das Fashion-Victim, das auch mal bei H&M einkauft. Das waren künstliche Pappkameraden, die – durchaus erfolgreich – an die werbende Industrie verkauft wurden. Aber das korrelierte nie so recht mit den Erkenntnissen aus der aktuellen Psychologie, Sozio-Psychologie oder mit modernen Identitäts-Theorien. Und das charakterisierte wohlgemerkt Menschen in analogen Zeiten und Welten.

Wie das einmal – und diese Zeit kann schon sehr bald losgehen – in einer digitalen Welt aussehen wird, das kann man heute nur in Ansätzen erahnen. Keine Angst, es wird nicht übermäßig cyberhaft aussehen. Das gerade lassen Facebook und Twitter heute schon erahnen. Da herrscht keine TRON-hafte Kälte und keine Cyberpunk-Düsternis, sondern eher erfrischende Offenheit, Konstruktivität und kraftvolle Kreativität. Immerhin erkennt auch der Elektrische Reporter, dass widersprüchliche Menschen nicht mehr in ihrer Widersprüchlichkeit auffallen, wenn jedermann widersprüchlich ist, weil wir nun mal alle widersprüchlich sind – und vielschichtig.

Und das ist der Reichtum, den Facebook zu Tage bringt – und dessen Schätze er täglich schürft. Aus uns – für uns.

Berufskrankheit Zynismus


Die „Bunte“ und ihre Politikerüberwachung

Der Journalismus fördert allzu oft eine schlimme Gemütskrankheit: den Zynismus. Definieren wir diese Berufskrankheit hier einmal als fatale Wirkungskette einer
●  rabiaten Entwertung aller Werte
●  diebischen Freude über die daraus entstehende Freiheit
●  Missbrauch dieser zur Gewinnung skandalöser bis komisch-absurder Situationen
●   und das ohne jeden Versuch eines irgendwie gearteten neuen Werteüberbaus. – Es sei denn, man will eine Auflagenzahl oder damit verbundenes Renommee oder Gehalt als Wert missverstehen.

Ich tue mir leicht, über Zynismus zu schreiben. Ich war auch schon schwer von dieser Mismundialität angekränkelt. Ein verständlicher Kollateralschaden in einem Berufsstand, der sein seelisches Gleichgewicht zwischen Urzweifel (das leere Blatt) und Hybris und Narzissmus (das gefüllte Blatt) zu finden hatte. Und in einer vor-Digitalen Zeit, als man noch Texte linear per Stift oder Schreibmaschine zu Blatt zu bringen hatte, war der Triumph eines gelungenen Textes immens. Und er wurde nie von irgendwelchen Nutzungszahlen, Bewertungen oder gar User-Kommentaren geschmälert. (Das ist erst heute der Fall und ein massives Problem für alle Berufs-Zyniker.)

Der zweite große Auslöser von Zynismus ist die tiefe Enttäuschung und die herbe Frustration, dass man als Journalist so oft mehr weiß als man schreiben darf oder kann. Weil politischer Druck entgegen steht, persönliches Desinteresse eines Vorgesetzten, die Recherchelage zu dünn ist – oder schlicht das Publikum (angeblich) nicht daran interessiert ist. Daran geht schnell einmal der glühendste Idealist – buchstäblich – vor die Hunde. (Zynismus leitet sich vom altgriechischen κυνισμός ab und meint „Hündischkeit“ – oder etwas charmanter „Bissigkeit“.)

Ich habe recht – und du bist doof

Das einzige halbwegs wirksame Mittel gegen diese Gemütsverkümmerung ist die Recherche. Je besser und je erfolgreicher sie ist, desto besser kann man Fakten sprechen lassen und um so weniger muss man Meinungshuberei betreiben. Auffallend ist, dass die besten und fleißigsten Rechercheure selten Zyniker werden. Wer es mit der Recherche nicht so hat, dem bleibt dann nur die gepflegte Hybris und dessen häßliche Schwester Zynismus.

Kurt Kister, der Großmeister des reflektierten Zynismus, hat so unrecht nicht, wenn er, wie jetzt in der SZ am Wochenende, sich selbst zitiert: „Irgendjemand, es könnte der Autor dieser Kolumne gewesen sein, hat einmal gesagt, „Politik“ komme aus dem Griechischen und bedeute auf Deutsch so viel wie „ich habe recht“, wohingegen „Feuilleton“ aus dem Französischen stamme und sinngemäß übersetzt „ich habe recht und du bist doof“ heiße.“ – Leider trifft letzteres beileibe nicht nur auf Feuilleton-Journalisten zu, sondern auf eine valide Grundmenge, vor allem der Edelfedern.

Die hohe Schule der Recherche und ein besonders geeignetes Gegenmittel zum Zynismus ist der investigative Journalismus. Auch den habe ich ja lange Jahre betrieben und nicht nur für hehre, schwere  Themen, sondern bisweilen auch zum Amüsement aller Beteiligten, Journalisten und Leser. Aber immer steckte bei diesen Recherchen unter Einsatz der eigenen Person wenigstens ein Mehr an aufklärerischem Ehrgeiz als zynischem Vergnügen. Vor allem aber war damals – in den 80-ern und 90-ern – die Tabuzone klar definiert: die Privatsphäre der Recherche-„Opfer“. Nur was wirklich gesellschaftlich – oder nennen wir es „politisch“ – relevant war, wurde auch geschrieben, alles andere (und das war viel!) blieb unter Verschluss.

Politik mit A-Politischem

Aus dieser Position entsetzt die Recherchepraxis der „Bunten“. Da wird ganz gezielt nur im Privatleben recherchiert – und das dann auch noch an Detektive outgesourct. Die können ja gar nicht irgendwelche inhaltliche, sprich journalistische Relevanz einschätzen. Sollten sie wohl auch nie. Es ging nur um Bettgeschichten und deren vermeintliche Leserattraktion.

Wir wissen, wie gerne und erfolgreich mit Bettgeschichten Politik gemacht wird. Ein seriöser Politiker wie Theo Waigel wird so ganz berechnend abgeschossen, ein nicht so seriöser wie Horst Seehofer zumindest angeschossen. Willy Brandt ist der Jagdmeute nur durch Rücktritt entkommen. Andere haben ganz kregel überlebt: Gerhard Schröder, Joschka Fischer oder auch Christian Wulff.

Darum geht es der „Bunten“ aber wohl kaum. Hier werden viel mehr die schon fast pubertären Erotik-Phantasien verklemmter Medienmacher ausgelebt. Wer sich mal ein paar Tage im Kreis verdienter Journalismus-Kollegen bewegt, bekommt massenhaft Tatsachen und Fakten erzählt, die bei Licht besehen nur Tratsch und Gerüchte sind. Der treibt es mit der, diese mit jenem. Der ist schwul und diese Lesbe. Diese Ehe ist im Eimer, jener ist jener hörig. Und alles ist so belanglos, und wenn es denn stimmen würde, dann nur reinste Privatsache der Beteiligten.

Die Idee, dass Oskar Lafontaine etwas mit Sarah Wagenknecht haben könnte, ist solch ein typischer Wunschtraum permapubertierender Berufszyniker. So sehr Klischee, dass es weh tut: die Linke, ein Sündenpfuhl! Solche Dümmlichkeiten verbietet sich mindestens seit den 60-er Jahren selbst die CDU ! Und selbst wenn es wahr wäre, so what? Wenn einer nie einen Hehl aus seiner Genussfreude gemacht hat, dann Oskar. „Und das ist gut so!“ – um es mal mit Klaus W. auszudrücken.

Aber der Verdacht liegt schon nahe, dass hier die „Bunte“ hunderttausende von Euro für inhaltliche Banalitäten einer Liaison, und sei sie erotisch, ausgegeben hat, damit vielleicht anderswo mit diesen Fakten, Fakten, Fakten Politik zu machen versucht wird. Die Attacke des „Stern“ zielt doch sicher nicht nur auf ein so niedliches journalistisches Schoßhündchen, wie es die „Bunte“ nun mal ist. – Ach ja, apropos Zynismus, das Hündische – ist es nun schon so weit? Dog eat dog!

Stilvoll in die Nische


PrintPlus-Innovation Summit in München

Wenn schon etwas zu Ende gehen muss, dann bitte wenigstens stilvoll. Das war schon das Motto des Salon-Orchesters auf der Titanic. – Nein, mit solch einem Vergleich tut man der Print-Branche und ihrem ersten vollmundig getauften Kongress „Innovation Summit 2010 – PrintPlus – The Future of Publishing“ ein wenig unrecht. Die von der w&v und TrendONE veranstaltete Veranstaltung hatte grundsätzlich den richtigen Ansatz, gute Themen und auch einige gute Vorträge. Nur ob den Teilnehmern aus dem Print-Business  – Druckereien, Softwareanbieter, Agenturen und recht wenige Zeitungs- und Zeitschriftenproduzenten – das so bewusst war, ist nicht ganz klar.

Los ging die Veranstaltung am 25.2. in München mit einem Vortrag von Dr. Mercedes Bunz, die von ihrer Biographie prädestiniert für diese Veranstaltung war. Die Mitgründerin von De:Bug, dem Printmagazin (!) zur Digitalen Kultur, ist inzwischen über die Leitung der Online-Redaktion des Tagesspiegel zum Media Editor des Guardian avanciert. Gut ihr Hinweis, wie schwer sich das von den Verlagen weithin abgeschriebene Print-Business mit Innovationen tut. Hier fehlt Mut, Entschlusskraft – und vor allem Budget, um etwas Neues zu wagen. Was das aber sein könnte, das blieb zunächst eher im Dunklen.

Schade, dass Bunz in ihrer Argumentation für eine Selbstermutigung des Print stets Redaktion, Content und Produkt quasi als Synonyme gebrauchte. Mit solch unscharfer Prämisse muss jeder sinnvolle Ansatz einer Zukunftsvision für Print und dafür tauglicher Business-Modelle scheitern. Dabei deutete ihr Aufruf, auf Papier gedruckte Medien im Premiumbereich anzusiedeln, in die richtige Richtung. Motto: Zeitung als Juwel! Aber Dr. Bunz scheute geflissentlich, unangenehme Wahrheiten zu verbreiten.

Beifall für brutale Wahrheit

Das tat dafür dann um so treffender, kompetenter und dabei noch mit polnisch-englischen Chaos-Charme  umso netter der Zeitungsdesigner Jacek Utko. Sein Vortrag war sowohl optisch, rhetorisch als auch vor allem inhaltlich ein echtes Highlight. (Die Kurzfassung davon kann man als TED Talk genießen, und auch sein Blog ist mehr als lesenswert!) Ganz exzellent ist Utkos Arbeitsansatz beim – erfolgreichen – Redesign von Zeitungen und Magazinen. Erst widmet er sich mindestens sechs Wochen der Leserstruktur, dem Content, dem Businessmodell und vor allem dem Team der Zeitung, bevor er mit ihm zusammen ein neues, wirtschaftlich tragfähiges Produkt schafft, das er erst abschließend neu – und sehr mutig plakativ neu designt.

Ganz am Ende seines perfekten Zehnpunkte-Programms einer erfolgreichen Revitalisierung eines Print-Produktes spricht er die brutale Wahrheit über das Printbusiness explizit aus: „Ich sehe keinen einzigen Grund, warum auf Papier gedruckte Medien noch irgendeine Rolle im Bereich der Massenmedien spielen sollten.“ Aber solch einen schmerzhaften Satz spricht er so verbindlich und charmant aus, dass das Auditorium tatsächlich dafür auch noch herzlich Applaus spendet. – In dem Moment war der Gedanke an das Orchester auf der Titanic unausweichlich…

„Gutes“ Geld vor der Nische

Aber wie recht Utko hat! Print hat seine Zukunft, unbestritten. Aber eben nur in der Nische. Etwa als Fetisch für Bildung, Wissen, politisches Interesse, an Kultur oder Kunst, an Bildern und Fotografie und Sonderinteressen. Meinetwegen auch als Juwel. – Und bis das so weit ist, kann man doch trotzdem gute und schöne Zeitungen und Zeitschriften machen und auch noch ein Zeitlang „gutes Geld“ damit verdienen, wie Peter Würtemberger von Springer nicht müde wurde im Diskussionspanel mit Florian Haller (Serviceplan), Boris Schramm (GroupM) und Joachim Tillessen (Presse Coop, CH) zu betonen. – Fragt sich: wer verdient dann „schlechtes Geld“? Google?

Auch die Diskussionsrunde war sich implizit einig, dass es mit Print als Massenmedium nicht mehr sehr lange gut gehen wird. Der Weg in die Nische war kaum widersprochen. (Nur die Schweiz und Coop scheinen auf einer „Insel der Seligen“ – Zitat Würtemberger – zu leben.) Interessant aber zu erfahren, wie kompliziert noch immer der Buchungsvorgang von Anzeigen im Printbusiness ist. Ein weiterer Nachteil im „Effizienzdilemma der etablierten Medien“ im Zeichen der „Digitalisierung der Planungsprozesse“ (Schramm).

Wie sich die Printmedien in der Nische künftig aufhübschen können bzw. als Initial- und Steuerungs-Plattform für Digitale Medien reüssieren können (Augmented Print), wurde in eindrucksvollen, wenn auch eher techno-naiven Präsentationen gezeigt. Da irrlichterten (sic!) lustig flockig neue Catchwords durch den Raum: Augmented Reality, 3-D-Druck, 3-D-Animation, Printed Electronics, OLED/AMOLED, 5-Sense-Print, Transactive Print, Illuminated Print, Hybrid Publishing, Mobile Augmented Reality… Motto: Just name it!

Der Leser ist unwichtig?

Eine analytische Einordnung all dieser Phänomene, jedwede soziologische, business- oder bedarfsorientierte Analyse all dieser neuen Zukunftsoptionen schenkte man sich komplett. Auffallend auch, dass den ganzen Tag eine nicht ganz unwichtige Komponente der Zukunftswelt der Medien gar nicht vorkam: der Leser aka User und seine Bedürfnisse. Der scheint in dem Spiel irgendwie völlig unwichtig zu sein. Der darf nur kaufen und zahlen. Aber wie Businessmodelle – ob Nische oder nicht – funktionieren sollen, ohne auch nur die blasseste Ahnung von den Bedürfnissen und den sich derzeit dramatisch ändernden und „partikularisierenden“ Rezeptionsgewohnheiten etwa der Digital Natives zu haben, das bleibt unerklärt.

Ein lustiges Panoptikum an Optionen ohne jede Analyse, ohne jede Bedarfsorientierung, ohne jede gesellschaftliche und soziale Einordnung, das kann auch in der kleinsten Nische nicht funktionieren. Vorschlag für die nächste Folge des Kongresses: Print PLUS Leser, Medien PLUS User!

Mann ohne Gedankenstriche


Innehalten bei Robert Musil    

Manchmal holt einen die Vergangenheit auf kuriose Weise ein. Zum Beispiel ganz spät nachts im Bett, im Warten auf dass der Schlaf kommt. (Was schreibt man auch noch so spät des Nachts am Blog!) Noch kurz nachsinnend über die Möglichkeiten, die die PC-Tastatur uns bietet, um (positive!) Emotionen ausdrücken zu können (siehe dazu Emotionen in Bits & Bytes 2). Da kommt als Flash aus längst vergangenen Zeiten, am Anfang meines Germanistik-Studiums, die längst verschollene Erinnerung an eine Proseminararbeit. Thema: Die Rolle des Gedankenstrichs in Robert Musils Über-Roman „Mann ohne Eigenschaften“.    

Kurfürstendamm 217, Berlin

Die Arbeit selbst ist längst bei diesem oder jenem Umzug im Orkus der Münchner oder Hamburger Müllabfuhr verschwunden. Den Roman habe ich mittlerweile wohl schon vier Mal oder öfter nachgekauft. (Das letzte Mal, informiert mich Amazon, im Mai 2004.) Irgendwie ist der Roman ein schönes Geschenk, wenn man einem guten Freund einen kleinen Tipp zu seiner Lebensführung geben möchte. Ich zitiere Adolf Frisé, wie er Ulrich, den Mann ohne Eigenschaften schildert: „Anfang Dreißig, sportlich trainiert, Mathematiker, Philosoph, ein sich passioniert in Frage stellender Nicht-Held…“    

Robert Musil gebraucht in seinem Roman den Gedankenstrich sehr ausgiebig – und vielfältig. Er liebt Parenthesen, Gedankeneinschübe. Dabei unterscheidet er, ob er vor und nach dem Gedankenstrich eine Leerstelle lässt oder nicht. Entsprechend atemlos oder überlegt ist der Gedanke in der jeweiligen Situation des Romans. Es gibt aber auch den doppelten Gedankenstrich: “ – – “ und sogar den dreifachen „- – -“ Und das in verschiedenen Sperrungen. Das sind „Leerstellen“ im Leben des Nicht-Helden, des Helden ohne Eigenschaften, ein Innehalten. (Auch so ein fast schon verschollener Begriff in unserer voll beschleunigenden Zeit…)

Leider ist solch ein Spiel mit Gedankenstrichen viel zu „literarisch“ und zu subtil, um im Web oder gar in Social Media Einzug zu halten. (Außerdem gibt die verbreitetste Blog-Software eine Unterscheidung zwischen Binde- und Gedankenstrich gar nicht her.) Aber als Stilmittel wäre so etwas durchaus eine schöne Option. Schließlich sind Denken und Gedanken ein wertvolles Gut, das es gerade auch in Blogs zu pflegen gilt – – -.    

Spiel mit Sonderzeichen    

Und das fiel mir dann da im Bett noch ein: Sind die Gedanken etwas tiefgründig, oder gar unterirdisch, könnte man eigentlich treffend den Underscore einsetzen: „_ _ _“. (Die gab es zu Musils Zeiten so noch nicht.) Verbotene Unziemliche Gedanken oder zynische satirische Versprecher kann man natürlich wunderbar durch die Durchgestrichen-Funktion inszenieren. (Perfekt angewandt immer wieder von Dieter auf www.11tech.de.)    

Bleiben als weitere Stilmittel in der Textwelt noch einige schöne Sonderzeichen: „¶“ etwa, das Breakzeichen. Das wäre doch prima zu setzen, wenn man einen stupenden Gedanken hat – oder argumentativ gegen eine Wand läuft. Sehr brauchbar ist als Facebook-Kommentar vielleicht auch auch das Cent-Zeichen „¢“, wenn etwa ideelles Kleingeld verteilt wird, sprich kleingeistig argumentiert wird. Und das spanische Initial-Fragezeichen „¿“ könnte doch beispielsweise ganz brauchbar hoch fragwürdige Bemerkungen oder Argumente kommentieren.    

Fehlt aber immer noch ein geeignetes Symbol für wirklich hochpositive Momente oder die von mir so geschätzte Euphorie. ¿Warum stellen die Spanier nur bei Fragesätzen das umgekehrte Fragezeichen dem Satz voran? ¿Warum haben sie nicht das umgekehrte Ausrufezeichen erfunden? Das wäre doch eine elegante Lösung, subtil Freude auszudrücken. – – – Die einzige Option, die mir nach ausführlicher Durchsicht der verfügbaren Sonderzeichen als Möglichkeit erscheint, ist das „e“ mit lustigem Hütchen obendrauf: „ĕ“. Das gibt es auch als Großbuchstaben, passend etwa für ganz große Euphorie: „Ĕ“.    

Na ja, um das mal cool mit Robert Musil zu kommentieren: „ –   –   –

Emotionen in Bits & Bytes 2


Gefühle in Social Media

Eine der schönsten Erfindungen in Facebook finde ich den „Like“-Button. Er ist so vielseitig nutzbar. Er kann alle Facetten von positiver Zustimmung ausdrücken. Von „Ich-habe-es-gelesen“ über „Jawoll!“ über „Ganz-meine-Meinung“ bis zu „Applaus-Applaus-Applaus“. Wäre Facebook eine Erfindung deutscher Medienmacher, wäre der „Like“-Button nie erfunden worden, sondern wohl eher ein „Finde-ich-doof“-Button. Dabei ist in komplexen, chaotischen Zeiten mit genug Kränkungen und Niederlagen im Alltag nichts wichtiger als solch schönes virtuelles Schulterklopfen.

Aus genau dem Grund finde ich die Facebook-Initiative, einen „Dislike“-Button einzuführen, völlig deplatziert. Abqualifikation ist so viel leichter als eine Affirmation. Speziell in Deutschland stellt man sich durch eine explizite Unterstützung einer Sache viel eher ins Abseits als durch eine knackige Abqualifizierung. Auffällig ist ja, wenn man die Nutzung deutscher User der Social Media ansieht, dass das aktive Posten von Inhalten im internationalen Vergleich eher unterentwickelt ist. Wo wir Deutschen gut im Social Net sind, das ist beim Kritisieren und Bewerten. Da sind wir im Vergleich weltführend.

Warum das so ist? Das mögen Psychologen herausfinden. Mir geht es, wenn es um Psychologie geht, um andere Dinge. Da bin ich Mihaly Csikszentmihalyi, dem populären Psychologen und Autoren von „Flow – The Psychology of Optimal Experience“, ewig für eine Neujustierung meines Denkens dankbar. (Anderen natürlich noch viel mehr!)

Ich hatte einst das Glück, als Chefredakteur von „Europe Online“ beim Publishers Dinner von Hubert Burda am Tisch gegenüber von Csikszentmihalyi platziert zu werden. Seine sympathisch brummelige Stimme erklärte mir seine Wandlung als Psychologe ganz einfach: „Irgendwann interessierte es mich nicht mehr, immer nur die schwierigen und gestörten Aspekte der menschlichen Psyche zu analysieren. Die menschliche Psyche hat doch so viele positive Aspekte. Irgendwann habe ich für mich beschlossen, mich nur noch diesen zu widmen.“ Diesem Paradigmenwechsel haben wir seine Bücher zum Glück und zur Kreativität zu verdanken.

Komplexe Gefühle per Mouseclick

Und genau darum sollte es auch bei erfolgreichen Social Media Networks gehen. Das ist das Feld gegenseitiger menschlicher Ermunterung, nicht der Ort, sich gegenseitig herunter zu ziehen. Daher meine Freude über den „Like“-Button. – Aber eigentlich ist das nicht genug.

Letzthin musste ich realisieren, dass einer meiner Freunde allzu oft seinen Heimatort – und seine Eltern besuchte. Da ging sichtlich ein Leben zu Ende, ein großer Abschied stand an. Eine Situation, in dem der „Like“-Button absolut fehl am Platz war. Aber allzu gerne wäre ich in dieser Situation mit einer kleinen Gest zur Seite gestanden. Ich weiß noch zu gut, wie hilfreich jedes noch so kleine Signal von  Unterstützung für mich war, als ich meine Mutter auf ihrem letzten Weg begleiten musste/durfte. Schön wäre ein „Ich-bin-bei-Dir“-, ein „Ich-denk-an-Dich“-Button. Oder wie sonst kann man so etwas ausdrücken? Die Standard-Tastatur unserer PCs versagt da mit geeigneten Symbolen. Und die eher kindischen Emoticons verbieten sich hier genauso. (Das einzige, was mir bislang dazu eingefallen wäre, ist: „[ ! ]“ im Kommentarfeld.)

Wie man kreativ die Statusmeldungen für andere als Ego-Zwecke „miss-„brauchen kann, zeigte die BH-Kampagne für Brustkrebsopfer. Nur war die Idee, lapidar die Farbe des aktuell getragenen BHs zu posten, dann doch etwas allzu intim und missverständlich. Ich freue mich auf alle Fälle auf alle kreativen Ideen, um in Statusmeldungen komplexere (positive!) Emotionen oder auch Solidar-Gesten geben zu können. Ob man kondolieren will oder trösten oder ermuntern. Oder man will Solidarität ausdrücken oder ein Charity-Projekt bewerben. Nicht immer trifft man da den richtigen Ton im SMS-Modus. Da gilt es, neue Ideen zu entwickeln, wie das mit kürzeren Signatur-Gesten möglich wäre.

Just press: Euphoric!

Mein größter Traum jedoch ist es, im Web auch immer wieder mal meiner Euphorie Ausdruck geben zu können, Euphorie mit anderen zu teilen – und mit ihr vielleicht auch andere anzustecken. Das kann mit begeisternden Texten, mit gelungenen kleinen Geschichten, mit einer persönlichen Botschaft per Video gelingen. Vielleicht aber auch ganz anders. – Wer den ersten funktionierenden Glücks- oder Euphorie-Server  im Internet gründet, der hat definitiv schon gewonnen. – Just press here: „Euphoric!“

Emotionen in Bits & Bytes 1


Lachen & weinen im Internet

Ich habe eine kleine, unerwartete körperliche Sensation erlebt. Am Bildschirm. Ich bin beim Lesen einer Email rot geworden. Im Gesicht. Nicht rot vor Wut. Nicht rot aus Scham. Na ja, der schöne Mix aus Scham und Stolz war es. Ich habe solch eine anrührende und für mich schöne Mail-Replik gelesen, dass mir doch tatsächlich ganz warm im Gesicht geworden ist. Es war das erste Mal, dass ich vor dem Bildschirm rot angelaufen bin.

Damit habe ich so ziemlich die komplette Palette menschlicher Emotionen am Bildschirm erlebt. Mir sind schon Tränen in die Augen geschossen. Damals in den Foren, in denen es nach dem 11. September darum ging, irgendwie den Schock dieses monströsen Anschlages zu verarbeiten. Da gab es wirklich anrührende Textbeiträge. Oder ein andermal ging es um Folter und Verfolgung in Dafur. Die Geschichten waren so eindringlich und authentisch, dass man sich seiner Tränen dafür nicht schämen musste.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich das erste Mal vor dem Bildschirm laut gelacht habe. Das war zum Beispiel bei dem ernsten jungen Mann, der durch das Zusammendrücken seiner Hände Prust-Geräusche  entlang der kompletten Tonleiter produzieren konnte und auf diese Weise die so komplexe „Bohemian Rhapsody“ von Queen – na, nennen wir es mal so: intonierte. Und das miesepetrige, traurige Gesicht des Künstlers dazu. Absurdistan lässt grüßen…

Lachen am Bildschirm ist nicht leicht. Am leichtesten fällt lauthalses Gelächter im Kino, im Chor mit vielen anderen Lachenden. Und wenn dann noch ein Mensch mit ansteckender Lache dabei ist, ist das Zwerchfell schwer gefährdet. (Wann entdeckt die Pharma-Industrie eigentlich diesen Ansteckungsherd? Vielleicht kann man auch dagegen – oder dafür? – eine Spritze entwickeln und per Krankenkassen finanzieren lassen. Schweine-Lache sozusagen…)

Lachen vor dem Bildschirm

Am heimischen Bildschirm laut heraus zu lachen, fällt schon schwerer. Da muss der Gag massiv oder besonders absurd kommen. (Das gelingt Harald Schmidt schon lange nicht mehr richtig!) Oder man hat neben sich einen Menschen sitzen, der einen Hang zum therapeutischen Lachen hat und einfach jede Gelegenheit zur Zwerchfellmassage nutzt. Auch das ist wunderbar ansteckend. Die ganz hohe Schule des monomanischen Lachens ist aber der PC-Bildschirm. Wer einen dort zum prustenden Lachen bringt, der muss schon sehr gut sein.

Ach ja, Wut und Zorn habe ich wohl am häufigsten und frühesten am Bildschirm erlebt. All die bösen Emails, die zu unüberlegt geschickt wurden, die besser einen Tag abhängen hätten sollen, bevor sie – wenn überhaupt – in emotionsärmerer Version auf den Weg geschickt wurden. Wie viel Adrenalin ist dabei unnötig freigesetzt worden!

Adrenalin per (Wut-)Email

Die kurioseste Episode zum Thema Wut-Email stammt aus meiner Zeit, als ich viel für englische Firmen gearbeitet habe. Nach einem zweitägigen Marathon-Meeting habe ich versucht, die mühsam erzielten Übereinkünfte per Email-Protokoll festzuhalten. Der Effekt: eine der wütendsten Email-Repliken, an die ich mich erinnern kann. Tenor der Philippika: du willst doch nur in ein paar Wochen anhand der Email abhaken, was nicht umgesetzt worden ist. – Genau das war die Absicht. Und genau das hat den Wutausbruch initiiert. Man konnte sich so mal nicht mehr auf das sonst übliche „misunderstanding“ hinausreden. (Das nur zur Krise der britischen Wirtschaft.)

Emotionen im Internet. Ein Stiefkind, wenn es um die Bewertung von Websites geht. Dabei ist das die wesentliche Frage, wie gut Digitale Medien so weit kommen werden, Emotionen zu transportieren und/oder Emotionen zu wecken. Clickraten, Unique User und Conversions in Ehren. Jetzt geht es darum, dass Digitale Medien reif genug werden, auch emotionale Werte zu transportieren und so auch bei Markenbildung und Markenpositionierung zu funktionieren. Das geht sicher mit einer gelungenen Einbindung von Videos und Animationen. Vor allem aber mit einem effektvollen Storytelling quer über sämtliche Digitalen Plattformen und Formate hinweg.

Avatare unseres Selbst


Einsam im Internet

Der Literaturkritiker William Deresiewicz beklagt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung die Vereinsamung im Internet. Deresiewicz firmiert in dem Interview als Kulturkritiker, als solcher ist er aber bislang kaum aufgetreten. Einige Aspekte – vor allem im zweiten Teil des Interviews – sind interessant, aber einmal mehr wird hier Kulturpessimismus beschworen und Digital-Allergie gelebt, wie sie in den Printmedien-Häusern in Deutschland so zwanghaft gepflegt wird. (Siehe dazu auch: Das Digital Anxiety Syndrom.)

Diesmal geht es also um  Vereinsamung. Klingt ja schön provokant, dass ausgerechnet die große Kommunikationsmaschine Internet einsam machen soll. Deresiewicz beruft sich bei dieser These auf den amerikanischen Kulturkritiker Lionel Trilling. Zitat: „(Er) schrieb bereits vor 50 Jahren, dass die Moderne von der Angst des Einzelnen geprägt ist, nur eine einzige Sekunde von der Herde getrennt zu sein.“

Trilling kritisierte in den 50-er Jahren, nach seiner Wandlung vom Marxisten zum Proto-Neo-Konservativen, gerne die Moderne. Er lag mit seinen Beobachtungen oft nicht falsch. Nur leider kritisierte er eine Moderne, die so heute nicht mehr existiert. Die Moderne bei Trilling ist noch die  der 50-er Jahre samt Atomkraft-, Maschinen- und Automatisierungsbegeisterung. Metropolis und Orwells „1984“ lassen grüßen.

Da sind wir heute längst hinweg. Hilfreich ist hier die Unterscheidung zwischen der so genannten schweren Moderne, wie sie Trilling beschreibt, und der leichten, flüchtigen Moderne, wie sie Zygmunt Baumann für unser postindustrielles Zeitalter der Bits und Bytes beschreibt. Eine Zeit und eine Kultur eher jenseits der Post-Moderne. Einer bislang sicher erst rudimentär entwickelten Digitalen Kultur.

Angst vor dem Alleinsein

Kernthese Deresiewiczs ist eine Analogie zum TV, das eigentlich geschaffen wurde, um Langeweile zu vertreiben, die Langweile aber nur vervielfachte. Das Internet sieht Deresiewicz auf demselben Weg: „Je mehr uns eine Technik die Möglichkeit gibt, eine Angst des modernen Lebens zu bekämpfen, umso schlimmer wird diese Angst bei uns werden. Weil wir ständig mit Menschen in Kontakt treten können, fürchten wir uns umso mehr, allein mit uns und unseren Gedanken zu sein.“

Hier unterschätzt ein Literaturkritiker (!) wieder einmal die interaktive Netzwerkkraft des Internet. Noch nie wurden so viele Gedanken so schnell (Twitter) und so zahlreich (Facebooks, Blogs) ausgetauscht wie heute. Viele banale Gedanken, zugegeben, aber eben auch viele, viele intelligente, einfühlsame und gute Gedanken und Ideen.

Spannendes Digitales Ich

Deresiewicz betont, dass er selbst in Facebook aktiv ist. Na ja. Auf alle Fälle überrascht dann doch seine These: „Je mehr Spaß Menschen an ihren Facebook-Statusnachrichten zu haben scheinen, umso weniger Spaß haben sie in ihrem echten Leben. Das kann dazu führen, dass wir uns zu Avataren unserer Selbst verwandeln: Plötzlich merke ich, dass mein digitales Ich auf Facebook ein aufregenderes Leben hat als ich selbst.“

Ich jedenfalls habe den Eindruck, dass dieses Problem eher im realen Leben besteht: Da nerven mich „Darsteller der Wirklichkeit“ mit ihrem Klischeeverhalten weit mehr als Wichtigtuer in Facebook. Die kann man auch mit „hide“ wunderschön ausbremsen. Im realen Leben geht das nicht – leider…